Heimat pflegen und erleben

Seit 20 Jahren leitet Petra Brethfeld den Verein der "Natur- und Heimatfreunde Erdmannsdorf", der in diesem Jahr sein 65. Jubiläum feiert. Die Mitglieder kümmern sich darum, dass die Heimat immer schöner wird, sie genießen sie aber auch.

Erdmannsdorf.

Auf dem Schreibtisch im Arbeitszimmer von Petra Brethfeld liegt eine wunderschöne Glückwunschkarte mit ein paar lieben Worten für den Jubilar sowie mit Landschaftsfotos aus der Gegend rund um Erdmannsdorf. "Wenn jemand aus unserem Verein einen halbrunden Geburtstag hat, bekommt er eine von mir gestaltete Glückwunschkarte, bei runden Geburtstagen überbringen wir einen Blumenstrauß", erzählt die Erdmannsdorferin.

Seit 20 Jahren leitet sie als Vorsitzende den Verein der "Natur- und Heimatfreunde Erdmannsdorf", der in diesem Jahr sein 65. Jubiläum feiert. 1954 wurde der Verein gegründet. Erster Vorsitzender war Kurt Laudeley. In einem Schreiben zu der ersten Zusammenkunft formulierte er damals: "Unser Erdmannsdorf liegt in einer bevorzugten Landschaft. Diese herrliche Lage unserer Heimat verpflichtet aber auch alle, die in ihr leben, mitzuwirken, dass dieser Lebensraum gepflegt und vor schädlichen Einflüssen bewahrt wird".


Auch heute setzen die 72 Mitglieder des Vereins alles daran, genau diese herrliche Landschaft zu pflegen, sie zu erhalten und sie zu genießen. "Die meisten unserer Mitglieder sind sehr aktiv", berichtet Petra Brethfeld. "Der Sturm ´Eberhard` hat im März dieses Jahres zwei große Bäume auf die Heimatquelle im Sternmühlental fallen lassen. Die Vereinsmitglieder haben in den letzten Monaten dort schwer geschuftet. Der Platz um die Quelle wurde wieder in Ordnung gebracht, die Mauer wieder in Naturstein hochgezogen", sagt die 60-Jährige.

Auch andere Objekte werden durch den Verein betreut. Für die Vereinsstuben, in denen seit 2001 ihre regelmäßigen Treffen stattfinden, zeigen sich die Mitglieder ebenfalls verantwortlich. Sie halten das Umfeld in Ordnung, putzen die Fenster, bepflanzen im Frühjahr das Beet am Gedenkstein ´800 Jahre Erdmannsdorf` am Erdmannsdorfer Schloss und übernehmen die Schlüsselübergabe, wenn die Vereinsstuben durch die Stadt Augustusburg privat vermietet werden. "An der alten Dorfstraße betreuen wir zudem einen kleinen Platz, der zum Arbeitseinsatz jährlich im April gepflegt wird", berichtet Petra Brethfeld.

Auch die Grabstätte der Brüder Arno und Moritz Meister, Spinnerei-Besitzer aus Erdmannsdorf, wird durch Vereinsmitglieder gepflegt. Gemeinsam mit dem Posaunenchor des Ortes wird jährlich die Serenade am Schwarzen Teich vorbereitet. Zudem liegt die Betreuung von 160 Nistkästen auf Erdmannsdorfer und Kunnersdorfer Flur auf den Schultern der Ornithologen-Gruppe. Aus der Vereinszeitung, inzwischen eine kleine Chronik, die Petra Brethfeld zweimal jährlich herausgibt, erfährt man, was im Verein los ist.

Neben der ehrenamtlichen Arbeit genießen die Beteiligten ihre Heimat natürlich auch bei Wanderungen, Exkursionen und Stadtbesichtigungen. "Vor kurzem haben wir einen Ausflug nach Sosa unternommen und waren auf den Spuren der Köhler unterwegs. Wir gehen ins Theater. Zum Lichtl-Obnd lassen wir Traditionen aufleben. Auf Exkursionen lernen wir Flächendenkmäler und Naturschutzgebiete kennen", erzählt Petra Brethfeld. "Unsere Wanderleiter lassen sich jedes Jahr neue Routen einfallen, sodass wir bei den sechs bis acht Wanderungen im Jahr immer ein neues Stück Heimat kennenlernen".

Petra Brethfeld ist bereits seit 25Jahren Mitglied im Verein und macht diese Arbeit vor allem aus Liebe zur Heimat, wie sie sagt. "Auch das Gefühl, Leute um einen herum zu haben, die sich aktiv und kreativ einbringen und die die Arbeit der Vereinsmitglieder schätzen, gefällt mir. Wer was vorschlägt, muss sich den Hut aufsetzten", sagt Petra Brethfeld.

Wie in allen Vereinen haben die Natur- und Heimatfreunde Erdmannsdorf auch mit dem Problem zu kämpfen, dass der Altersdurchschnitt immer höher wird. "Auf Schnupperwanderungen kommen manchmal Menschen mit, die anschließend in unseren Verein eintreten", so die Erdmanndorferin. Bei Interesse dürfe man sich gerne an sie wenden.

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