Höllberg: Langer Anlauf, schnelles Ende

Nach fast zwei Jahren Bauzeit wird heute die Straße am Höllberg in Leubsdorf für den Verkehr freigegeben.

September 2018Zur Einweihung rollte nicht der Verkehr. Politiker und Bürger, Bauleute und Gemeinderäte gingen gestern auf dem sanierten Abschnitt gemeinsam spazieren. Ab heute früh, 6 Uhr ist die Straße freigegeben.
Höllberg: Langer Anlauf, schnelles Ende
Höllberg: Langer Anlauf, schnelles Ende

Von Knut Berger

Ab heute früh, Punkt 6 Uhr rollen wieder die Autos am Höllberg in Schellenberg. Damit wird die Straße fast zwei Monate früher als geplant für den Fahrzeugverkehr freigegeben, und es endet für Anlieger und Verkehrsteilnehmer eine knapp zweijährige Bauzeit.

Bevor die Autos über den frischen Asphalt fahren, unternahmen gestern Bürger der Gemeinde Leubsdorf, Gemeinderäte, Vertreter des bauausführenden Betriebs sowie Angehörige der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik einen Spaziergang auf der Fahrbahn zwischen der Gaststätte "Höllmühle" und dem Feuerwehrgerätehaus Schellenberg. Dabei übernahmen alle Gäste bei der Zeremonie des Band-Durchschneidens den kulturellen Teil, indem die inoffizielle Erzgebirgshymne, das Steigerlied, angestimmten.

"Es war ein sehr langer Weg, bis wir dieses Vorhaben umsetzen konnten. Jetzt macht sich eine große Erleichterung breit, dass die Straße wieder frei ist", sagte Leubsdorfs Ex-Bürgermeister Ralf Börner. Auch der Schellenberger Ortsvorsteher Jörg Porstmann zeigte sich sehr zufrieden. "Wir brauchten einen langen Atem. Aber mit dem Baustart lief dann fast alles rund, ein Lob gilt dem Baubetrieb", sagte Porstmann, und Leubsdorfs Bürgermeister Dirk Fröhlich (CDU) ließ Zahlen sprechen: "Wir haben 5840 Tage geplant, 698 Tage gebaut und waren 84 Tage früher fertig."

Der Bau des Höllberges ist indes nur ein Teil der komplexen Straßenbaumaßnahmen, die in Leubsdorf stattfinden. Denn vom Ortseingang aus Richtung Eppendorf bis zum Ortsausgang Schellenberg in Richtung Augustusburg rattern praktisch seit Jahren die Baumaschinen. Eine neue Baustelle, verbunden mit der nächsten Vollsperrung, beginnt noch in diesem Monat. Dann startet der Ausbau des vierten Abschnittes der Hauptstraße Leubsdorf zwischen Ratiomat und der Einfahrt zum Bahnhof Leubsdorf.

Erste Gespräche zum Großprojekt am Höllberg wurden mit dem Straßenbauamt Chemnitz bereits 2001 geführt. Damals ging es um den gesamten Abschnitt der Staatsstraße zwischen Eppendorf und Augustusburg. Am 15. Juni 2005 gab es eine Vor-Ort-Besichtigung, zu der unter anderem Vertreter vom Straßenbauamt, der Gemeinde und des Landtages anwesend waren. Bei weiteren Gesprächen wurde 2009 und 2012 auf die Dringlichkeit gepocht. Eine Unterschriftensammlung des Ortschaftsrates Schellenberg für einen schnellen Baubeginn am Höllberg folgte. Der damalige Bürgermeister Ralf Börner sowie der Schellenberger Ortsvorsteher Jörg Porstmann drängten immer wieder auf einen baldigen Bau. 2013 kam etwas Bewegung in die Sache, denn im März lag ein genehmigter Vorentwurf auf dem Tisch. Nachdem im Sommer 2015 in Schellenberg die neu erbaute Brücke über die Flöha freigegeben wurde, erfolgte schließlich am 10. Oktober 2016 der Baustart am Höllberg, wobei zunächst der Bereich zwischen der Landtechnik Nürnberger und dem damaligen Edeka-Markt saniert wurde. Eine bittere Pille im Zuge des Baubeginns war die Schließung des Edeka-Marktes im Dezember 2016.

Im Mai 2017 konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Kreuzung Dorfstraße/Hohenfichtener Straße. Die Bauarbeiten direkt am Höllberg begannen am 19. Februar 2018. Die Gesamtkosten für den Straßenbau in Schellenberg belaufen sich auf 2,5Millionen Euro, der Eigenanteil der Gemeinde für den Fußwegbau beträgt rund 460.000 Euro. Mit Abzug der Fördermittel müssen aus der Gemeindekasse nur 54.000 Euro bezahlt werden.

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