Ideen aus Mailand für ein Flöhaer Café

Pünktlich mit Beginn der warmen Jahreszeit gibt es in der Innenstadt wieder leckere Erfrischungen. Nach längerem Leerstand öffnet eine Eismanufaktur.

Flöha.

Es gibt sicher langweiligere Termine, als in Vorbereitung einer Betriebseröffnung eine Dienstreise nach Mailand zu unternehmen. In der italienischen Metropole hat sich Daniel Ivandic nämlich in unzähligen Eiscafés umgeschaut, was die südländischen Meister an kühlen Köstlichkeiten produzieren. So holte er sich die notwendigen Anregungen, um in Flöha sein Projekt zu starten. Denn am heutigen Freitag öffnet er 11 Uhr die Türen der "Eismanufaktur Kolibri".

Ivandic lädt seine Kunden an einem gastronomischen Standort ein, der Tradition hat. Denn hier wurde Eis schon über die Theke gereicht, als das Glas Bier noch weniger als eine Ostmark kostete. Im Laufe der Jahrzehnte versuchten verschiedene Gastronomen, dem Laden wieder Leben einzuhauchen. Das geschah mit unterschiedlichem Erfolg, zuletzt stand das Café ohne Betreiber da. Es war mehr oder weniger Zufall, dass der neue Betreiber Mitte Februar auf das leerstehende Objekt an der Rudolf-Breitscheid-Straße aufmerksam wurde. In den vergangenen Wochen ist in den Räumen viel passiert. "Wir haben probiert, verworfen und wieder probiert. Wir haben gehämmert, gestrichen, geputzt und umgeräumt. Jetzt kann es los gehen", sagt Ivandic, der aus Chemnitz stammt und seit einem knappen Jahr in Flöha wohnt.

Sascha Aurich

Aurichs Woche:Der „Freie Presse“-Sonntagsnewsletter von Sascha Aurich

kostenlos bestellen

Die Inneneinrichtung präsentiert sich in einem völlig neuem Gewand, der Außenbereich soll in den kommenden Tagen verschönert werden. Neben dem Eisangebot wird es eine kleine Speisekarte geben, deren Inhalt derzeit noch nicht fest steht. "Ich will erst einmal austesten, was bei den Kunden ankommt und das Gespräch mit ihnen suchen. So kann ich Schritt für Schritt anbieten, was gewollt ist", sagt Ivandic, der gemeinsam mit seiner Frau Annet Gräbner das Unternehmen führt. Wie der Name verrät, wird das Eis in Handarbeit hergestellt. Das Rüstzeug bekam er jedoch nicht in Mailand, sondern in einem Lehrgang in der Nähe von Berlin.

Den Flöhaern ist es indessen längst nicht entgangen, dass sich im "Kolibri" etwas tut. Von Dienstag bis Sonntag können sie sich nun jeweils ab 11 Uhr überzeugen, ob sich Ivandics Reise nach Mailand gelohnt hat. Neben Eis wird auch ein kleiner Mittagstisch angeboten. Der Chef hat vorgesehen, statt Schnitzel unter anderem unterschiedliche Suppen zu offerieren. "Jeder soll sich bei uns wie zu Hause fühlen.

Und das Beste dabei ist, dass er sogar immer die Straßenschuhe anbehalten kann", erzählt der Eis- Manufakturist mit einem Lachen, bevor er sich wieder an seine Eismaschine begibt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...