Im Becken wird Wasser knapp

Den Freibädern beschert der Supersommer hohe Besucherzahlen. Nun aber sorgt die lange Trockenheit in manchen Bädern für große Probleme.

Erdmannsdorf.

Gestern Mittag war es wieder soweit: Der Tankwagen des Wasser-Zweckverbandes ZWA rollte ins Erdmannsdorfer Freibad und brachte, was das Bad dieser Tage neben Besuchern am dringendsten benötigt: Wasser. Der Brunnen, der die Becken des Freibades mit Wasser versorgt, bekommt wegen der anhaltenden Trockenheit kaum noch Zufluss. Ein regelmäßiger Frischwasserzufluss ist aber für die Gewährleistung der Wasserqualität nötig. Die Becken werden durch den Wasserüberlauf gereinigt. Das heißt, Verschmutzungen, die sich an der Wasseroberfläche sammeln, fließen durch den Überlauf am oberen Beckenrand ab. Mit Frischwasser aus dem Brunnen wird der Wasserverlust ausgeglichen.

Der Vorsitzende des Freibadvereins und Stadtrat Gottfried Jubelt freut sich über die schnelle und unbürokratische Hilfe des Wasser-Zweckverbandes. "Nicht auszudenken, wenn wir das Bad bei diesem Wetter schließen müssten", sagt Jubelt, der seit Jahresanfang Vereinsvorsitzender ist. Nach zwei ausgesprochen mageren Jahren, die im Vorjahr sogar einem Überlebenszuschuss der Stadt an den Badverein erforderlich machten, zeigen die Besucherzahlen in diesem Sommer erstmals wieder eine erfreuliche Tendenz. "Wenn wir das vielleicht bis Ende August durchhalten, können wir nicht meckern", hatte Jubelt vergangene Woche bilanziert.

Das Freibad in Erdmannsdorf ist zwar das einzige Bad, das vom ZWA per Tankwagen versorgt wird. Aber der Technische Geschäftsführer Ulrich Pötzsch weiß von vier oder fünf weiteren Freibädern im Landkreis, die ihre langsam versiegenden, natürlichen Wasserzuflüsse mit Trinkwasser ausgleichen müssen. In den meisten Bädern gebe es aber Trinkwasseranschlüsse. "Da muss man dann einfach den Wasserhahn aufdrehen", sagt Pötzsch.

Der weiß-blaue Wassertankwagen des ZWA fasst sieben Kubikmeter Trinkwasser. Die meiste Zeit parkt der 180 PS starke Laster, Baujahr 1994, in Hainichen und ist nur in Havariefällen im Einsatz, wenn irgendwo die Trinkwasserversorgung ausgefallen ist.

Im Moment sei der Tankwagen aber häufiger unterwegs, um Versorgungsengpässe auszugleichen, sagt Pötzsch. Deshalb sei der Aufwand für die Hilfe im Erdmannsdorfer Bad auch vertretbar. Den genauen Preis mag der ZWA-Chef nicht nennen. "Wir haben uns auf eine für beide Seiten vertretbare Pauschale geeinigt", so Pötzsch.

Dreimal ist der Trinkwassertankwagen gestern nach Erdmannsdorf gerollt. 14 Kubikmeter Wasser flossen in das große Becken mit bis zu 2,20 Meter Wassertiefe, sieben Kubikmeter in das kleinere Nichtschwimmerbecken. Ursprünglich hatte der Erdmannsdorfer Freibadverein bei der örtlichen Feuerwehr um Wasserhilfe nachgefragt. Aber deren Einsatzfahrzeug fasst gerade mal 2400 Liter, also 2,4 Kubikmeter und damit weniger als ein Drittel des ZWA-Tankers. Die Feuerwehr knüpfte den Kontakt zum ZWA.

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