Im Fernen Osten für sechs Monate der Hektik entkommen

Um beruflich und kulturell dazu zu lernen, ist Elisa Pflug im Sommer nach Japan gereist. Von ihren Gastgebern konnte die 26-Jährige etwas lernen, das ihr jetzt weiterhilft.

Grünhainichen.

Allein die Düfte, die bei Weihnachtsmärkten durch die Straßen ziehen, stimmen Elisa Pflug froh, wieder daheim zu sein. Ohne Stollen und Spekulatius kann sie sich die Adventszeit einfach nicht vorstellen. "Deswegen wollte ich im Dezember unbedingt wieder da sein", sagt die 26-Jährige, die in Grünhainichen arbeitet. Mit ihrem Arbeitgeber Wendt & Kühn hatte sie ihre sechsmonatige Reise nach Japan genau so geplant, dass auch das Praktikum beim asiatischen Vertriebspartner zeitlich passt.

Natürlich war die Glauchauerin im Fernen Osten von der Architektur beeindruckt. So zum Beispiel, als sie bei der Messe "Interior Lifestyle" die Hauptstadt Tokyo näher kennenlernte. "Für die Besucher war es etwas ganz Neues, dieses Handwerk gezeigt zu bekommen", erzählt die aufs Malen spezialisierte Holzspielzeugmacherin, die am Stand der japanischen Partnerfirma Engel der Grünhainichener Firma Wendt & Kühn gestaltete.

Vor dem Praktikum und ihren privaten Reisen hatte die 26-Jährige zwei Monate in einer Gastfamilie verbracht. Ziemlich abgelegen und klein war die Stadt Takahata, in der sie wohnte. Doch auch ohne große Sehenswürdigkeiten bot dieser Ort schöne Erfahrungen. Wahrscheinlich bot er sogar die lehrreichste Zeit, denn dort konnte Elisa Pflug in den japanischen Alltag eintauchen. "Es hat ein paar Tage gedauert, sich da reinzufitzen", gesteht sie. Der Plan, sich mit der englischen Sprache weiterzuhelfen, war schnell über den Haufen geworfen. Stattdessen zahlte sich aus, dass sie im Vorfeld etwas Japanisch gepaukt hatte.

Drei Schriftsysteme mit mehr als 2000 Zeichen sind freilich kaum zu beherrschen. Doch das war auch gar nicht nötig, um die Menschen in Takahata zu verstehen. Es ging eigentlich nur darum, sich auf deren Mentalität einzulassen, geprägt von Bescheidenheit und Gelassenheit. Dort, im Norden von Japan, wo riesige Maisfelder und Berge die Landschaft prägen, "sind die einfachsten Dinge nicht selbstverständlich", sagt Elisa Pflug. Wertschätzung und gegenseitiger Respekt hätten den Umgang miteinander ausgemacht.

Der 26-Jährigen zufolge schaffen es die Japaner sogar, die Ruhe gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Das fängt morgens an, wenn in aller Ruhe gefrühstückt wird. Dass dadurch die Arbeit später beginnt, störe keinen, schließlich kann man ja abends etwas länger arbeiten. Müll nahm Elisa Pflug während ihrer Reise ebenso wenig wahr wie Kritik: "Die Menschen sind entspannt und nehmen vieles hin. So etwas überträgt sich." Auch die Holzspielzeugmacherin sei nun entspannter, was in der Weihnachtszeit hilft. Schließlich bietet die neben vielen Leckereien auch Stress und Hektik.

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