Im Tal der Mühlen

Die Temperaturen steigen. Die Wanderlust lockt. Anlass für die "Freie Presse", neue Touren im Landkreis vorzustellen. Teil eins: entlang der Gimmlitz.

Frauenstein/Hartmannsdorf- Reichenau.

Der Markt in Frauenstein eignet sich gut als Ausgangpunkt für Wanderungen. Der Regionalverkehr hält hier, und es gibt Parkplätze. Allerdings sollte man nicht gleich loslaufen, weil der Markt auch einiges zum Ansehen bietet, so die dominante Stadtkirche "Zu unserer lieben Frau" und alte Postsäulen.

Die Ausflügler verlassen den Markt der Silbermannstadt - der berühmte Orgelbaumeister ist hier aufgewachsen - in südlicher Richtung und folgen der grünen Markierung. Der Weg trifft bald wieder auf die B 171, die aber schnell nach links verlassen wird. Auf der Alten Poststraße geht es durch Felder und Wiesen gemächlich bergab. Geradeaus geht der Blick bis zur Kammlinie des Osterzgebirges.

In der Nähe der Gimmlitz verläuft die Tour nach links flussaufwärts. Hier lohnt es sich, das erste Mal zu rasten. Das "Grüne Klassenzimmer" des Naturlehrpfades bietet vielfältige und liebevoll gestaltete Informationen. An der Stelle hat früher die Finsterbuschmühle gestanden. Überhaupt ist das Gimmlitztal durch Mühlen geprägt. Auf den nächsten Kilometern durch Wald und Wiesen, nahe dem Fluss oder etwas weiter weg, kommt man noch an einigen ihrer Vertreter vorbei. Das Auge kann entspannen. Und die Füße laufen über weichen Boden. Leider kennen dieses wunderbare Fleckchen Heimat viele Leute nur als Schauplatz eines Kriminalfalls aus dem Jahr 2013, in dem es um Kannibalismus ging.

An der Weicheltmühle endet der gleichnamige Wanderweg. Jetzt gilt es, einige Höhenmeter zurückzulegen. Die Leute auf Schusters Rappen verlassen das Tal, um sich zur Quelle eines anderen Nebenflusses der Freiberger Mulde zu begeben. Kurz nach der Staatsstraße 184 liegt die gemauerte Bobritzschquelle. Die Bo-britzsch schlängelt sich danach vor allem durch die mittelsächsischen Lande, um dann zwischen Reinsberg und Siebenlehn zu münden. Eine Tafel gibt die Quellhöhe mit 682 Metern an. Und die Länge des Flusses beträgt wegen der vielen Windungen sogar 74 Kilometer. Die Wanderer biegen bald wieder links ab, um sich Reichenau zu nähern. Deutlich hebt sich auf der anderen Seite die Burgruine von Frauenstein ab, in deren Nähe Start und Ziel der Runde liegen. Bei guter Sicht geht der Blick aber auch bis Freiberg oder darüber hinaus. Die Osterzgebirger beweisen hier viel Humor. Ein mit einem Geländer versehener Steg, der in einen Teich mit einem Durchmesser von nicht mehr als 20 Metern hineinragt, wurde mit "Seebrücke Reichenau" beschriftet. Über den Kirchweg verläuft die Tour zurück nach Frauenstein. Einmal gewonnene Meter müssen kurz vor der Stadt wieder preisgegeben werden, bevor man endlich auf dem Markt steht.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 52-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen.


Nach 13,9 Kilometern am Ziel

Die Gimmlitz entspringt zwischen Holzhau und Hermsdorf, südwestlich von Schickels Höhe. Auf rund 25 Kilometer Länge fällt sie 388 Meter ab, speist die Talsperre Lichtenberg und mündet beim gleichnamigen Ort in die Freiberger Mulde.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 13,9 Kilometer. Start und Ziel: Markt Frauenstein. Gesamtanstieg: circa 170Höhenmeter. Höchster Punkt: 697Meter über dem Meeresspiegel kurz vor der Bobritzschquelle; Tiefster Punkt: 587 Meter am Abzweig von der Alten Poststraße ins Gimmlitztal. (jz)


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