Impftermine für April schnell ausgebucht

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Obwohl im Impfzentrum Mittelsachsens mehr Spritzen gesetzt werden, lässt sich die Nachfrage aktuell nicht decken.

Mittweida/Leubsdorf.

Wer am Donnerstagvormittag noch einen freien Terminen für die Corona-Impfungen in Mittelsachsens Impfzentrum in Mittweida gesucht hat, wurde schon auf den Mai vertröstet, an den verbleibenden acht Tagen im April waren bereits alle Termine ausgebucht. Und bis zum frühen Abend schrumpften die am Mittwoch vermeldeten mehr als 2000 freien Termine für die ersten vier Tage im Mai auf etwa 20 zusammen. Die enorme Nachfrage ist nachzuvollziehen über das Internet-Zählportal des Schweizer Start-ups Countee.

Für René Illig, Leiter des DRK-Einsatzstabes im Mittweidaer Impfzentrum, ist der Ansturm auf das Terminportal des Deutschen Roten Kreuzes im Internet nicht überraschend nach der Freigabe der dritten Priorisierungsgruppe bei der Corona-Schutzimpfung in Sachsen. "Das ist jetzt eine Riesengruppe an Leuten, die sich anmelden können, und so steigt natürlich die Nachfrage", sagte Illig am Donnerstag.

Die nun geringe Anzahl an freien Impfterminen sei also nicht auf einen Mangel an Impfstoff oder geringen Kapazitäten im Impfzentrum zurückzuführen. Dazu führt Illig folgenden Vergleich an: "Anfang März haben wir noch 300 bis 400 Erstimpfungen pro Tag ausgeführt, seit Ostern sind es bis zu 1300." Mit Stand Mittwochabend seien 75.924 Spritzen gesetzt worden, davon allein 55.495 zur Erstimpfung. Noch etwa rund 30.000 Menschen warten auf die Zweitimpfung, die sie im Mittweidaer Impfzentrum erhalten. Diese erfolgen zusätzlich zu den im zentralen Impfportal gemeldeten freien Impfterminen. Diese Zweitimpfungen, für die die Termine bereits nach der Erstimpfung vergeben werden, erfolgen noch bis 30. Juni. Dann sollen die stationären Impfzentren in Sachsen laut Sozialministerium ihren Betrieb einstellen.

Keinen Einfluss hat laut Illig die nun gestiegene Nachfrage nach Impfterminen auf die vom DRK koordinierte Arbeit der mobilen Impfteams in Altenpflegeheimen. Diese hätten bisher 13.117 Bewohner und Pflegepersonal geimpft, es seien im Schnitt 150 pro Einsatztag. Bei den Einsätzen des Impfbusses des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen erfolge die Anmeldung in Absprache mit den Gemeinden, in denen der Bus Station macht. Meist würden über 70-Jährige geimpft. Zur Impfung lädt jeweils die kommunale Verwaltung ein. Im Bus, der am Samstag in Leubsdorf Station macht, werden pro Tag bis zu 200 Menschen geimpft.

Derweil stehen in den Hausarztpraxen, die Impfungen anbieten, die Telefone kaum still. So zum Beispiel auch in der Lunzenauer Praxis der Ehrenvorsitzenden des Sächsischen Hausärzteverbandes, Ingrid Dänschel. "Es sollte nicht alle anrufen, sondern warten, bis der Hausarzt sich meldet", sagte die Medizinerin. Wichtiger sei, dass Impfwillige ihre Termine einhalten. Es gebe bereits Wartelisten, die Ärzte würden auch nach Priorität auswählen. Sie hält es trotz der gestiegenen Nachfrage und teils mangelnder Termine für richtig, jetzt die Priorisierung nach und nach aufzuheben.

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