In Breitenau hat sich die Erde aufgetan

Oberhalb des Eselsweges sind Bergleute am Werk. Auf dem Feld war eine Grube eingebrochen, in der schon vor hunderten Jahren Kalkstein abgebaut worden war.

Oederan.

Im Nachhinein war es großes Glück, dass der Häcksler nur mit einem Rad stecken geblieben ist. So kommentiert Hans-Jürgen Gerlach von der Agrozuchtfarm Breitenau die Sicherungsarbeiten, die derzeit auf einem Feld seines Betriebes nahe der Plattenstraße vom Eselsweg in Oederan zur B 173 laufen. Denn unter dem Loch im Boden, das sich unerwartet vor einem Wäldchen aufgetan hatte, verbarg sich ein metertiefer Hohlraum.

Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft hat sich unlängst selbst vor Ort ein Bild gemacht. Etwa 130 Meter seien begehbar, berichtet er, die maximale Tiefe schätze er auf etwa zehn Meter. Beim Sächsischen Oberbergamt in Freiberg läuft die Sanierungsmaßnahme unter dem Titel "Tagesbruch im Bereich von ehemaligem Kalksteintiefbau auf dem Flurstück 116 der Gemarkung Breitenau bei Oederan".


Die Schadstelle sei dem Oberbergamt nach den starken Niederschlägen im Juni 2013 gemeldet worden, erklärt Professor Bernhard Cramer als Präsident der Behörde. Der Bruch habe einen Durchmesser von etwa anderthalb Metern und eine Tiefe von ungefähr sechs Metern gehabt, so der Oberberghauptmann weiter. Der Bereich sei zunächst temporär mittels Umzäunung gesichert worden.

Den Recherchen des Amtes zufolge befindet sich der Bruch in einem Gebiet, in dem bereits im 18. Jahrhundert Kalkstein im Tief- und Tagebau abgebaut wurde. Für die konkrete Bruchstelle lägen jedoch keine risslichen Unterlagen, das heißt keinerlei Untertage-Pläne oder sonstige Zeichnungen, vor. Bei ersten Untersuchungen vor Ort seien horizontale Grubenbaue festgestellt worden, so Cramer; die Bruchursache sei eindeutig dem Altbergbau zuzuordnen gewesen.

Fachleute der BTOe Bergbau und Tiefbau GmbH aus dem erzgebirgischen Oelsnitz legten später in einer Tiefe von etwa acht Metern einen bisher unbekannten Stollen frei, der an mehreren Stellen eingebrochen war und das Wasser nicht mehr richtig ableiten konnte. "Insbesondere bei starken Niederschlägen kam es demzufolge immer wieder zum Wasseranstau im Stollen, was letztendlich die Ursache für den Tagesbruch war", erklärt der Chef des Oberbergamtes.

Der Hohlraum soll jetzt teilweise verfüllt werden, damit die Fläche wieder uneingeschränkt landwirtschaftlich genutzt werden kann. Dazu soll eine Betonplombe eingebracht werden. Zugleich wird dafür Sorge getragen, dass das Wasser wieder geordnet ablaufen kann.

Laut Oberberghauptmann Cramer ist geplant, die Sanierungsarbeiten im ersten Halbjahr 2017 abzuschließen. Nach derzeitigem Kenntnisstand würden Kosten von annähernd 250.000 Euro erwartet.

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