Falkenauer Firma Psywork erleuchtet jede Party

Daniel Held hat sich auf Schwarzlicht spezialisiert. Sein Unternehmen entwickelt und fertigt inzwischen sogar komplette Deko-Ausstattungen mit teils riesigen Ausmaßen und beliefert Kunden weltweit.

Falkenau.

Schwarzlicht ist schon mal ein buchstäblicher Widerspruch. Schwarz ist dunkel, Licht ist hell. Und Psywork ist bunt. Daniel Held lässt seinen Blick auf die Regalgänge schweifen und sagt: "Das hier ist eine Ansammlung verschiedener leuchtender Sachen." Genauer gesagt, liegen etwa 5000 verschiedene Artikel in den Regalen, die über den Onlineshop schwarzlicht.de vertrieben werden. Von Schwarzlicht-Leuchten über fluoreszierende Farben, Bekleidung, Möbel, Geschirr bis hin zu Dekorationsartikeln, die teils selbst entwickelt und gebaut sind.

Licht ist physikalisch betrachtet eine elektromagnetische Strahlung. Die Lichtfarbe ist abhängig von deren Wellenlänge. Das sichtbare Farbspektrum, der Regenbogen, reicht dabei von rot (lange Wellen) bis zum kurzwelligen violett. Nach violett kommt ultraviolett oder Schwarzlicht. Dieses sehr kurzwellige Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar, bringt aber fluoreszierende Stoffe intensiv zum Leuchten. Dieser Effekt steckt hinter der Marke Psywork.

Daniel Held ist Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, die seit zwei Jahren ihren Sitz in der alten Baumwollspinnerei in Falkenau hat. Die leuchtenden Sachen sind aber schon viel länger sein Ding. Er hat 2002 mit einem Freund in Großschirma ein Unternehmen gegründet, das Technik und Dekorationen für jede Art von Partys lieferte. Irgendwann trennten sich die Wege der Geschäftspartner, Daniel Held zog nach Falkenau und spezialisierte sich auf die Schwarzlicht-Produktpallette. Inzwischen kann er Material liefern, um sich selbst für eine Schwarzlicht-Party auszustatten, er liefert fertige Produkte für die Party-Dekoration und die Firma entwickelt und fertigt komplette Deko-Ausstattungen mit teils riesigen Ausmaßen. Es gibt in Falkenau neben dem Lager und Büroräumen eine Holzwerkstatt, eine Näherei mit Zuschnitt. Gedruckt wird zurzeit noch in Chemnitz, weil es dafür in Falkenau keine geeigneten, staubfreien Räume gibt. Fünf Mitarbeiter beschäftigt Daniel Held, dazu kommt noch eine Handvoll Teilzeit-Helfer. Über Umsatzzahlen mag der Unternehmer nicht öffentlich sprechen. "Über Zahlen rede ich nur mit dem Finanzamt", sagt er. Es gibt bei Psywork keine Hierarchien. "Jeder hat zwar seine speziellen Fähigkeiten, aber alle packen dort an, wo es gerade nötig ist. Dieses Miteinander ist die Unternehmensphilosophie, sagt Held.

Große Kunden sind zum Beispiel die Aida-Flotte, der Touristik-Riese Alltours oder die Robinson-Clubs. Die "Gate to Goa"-Party im vergangenen Herbst im Freibad in Erdmannsdorf wurde zum Beispiel komplett von Psywork dekoriert. Etwa ein Drittel der Produkte geht ins Ausland. Die Schweiz, die Niederlande und Österreich sind Länder, in die häufig geliefert wird. Für die selbst entworfenen Dekorationen gibt es inzwischen eine umfangreiche Sammlung, mit teils von Künstlern entworfenen Druck-Mustern.

Held hat sein Abitur gemacht und war danach bei der Bundeswehr. "Das war das letzte Mal, dass mir jemand gesagt hat, was ich machen soll", beschreibt er seinen Antrieb, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Er hat auch ein Studium begonnen, aber nicht abgeschlossen. Das Internet hat er bereits als Marktplatz entdeckt und genutzt, als die meisten noch keine Ahnung hatten, welche Möglichkeiten die weltweite Vernetzung in Echtzeit bietet. Im kommenden Jahr will Daniel Held vor allem die Bekleidungssparte seines Unternehmens weiter entwickeln.

Und er wird die Früchte einer ganz anderen Arbeit ernten. Auf der Fabrik-Insel zwischen Flöha-Fluss und Mühlgraben rings um die alten Spinnereimauern hat Daniel Held im Frühjahr etwa 3500 Quadratmeter Wiesenfläche beackert und Wildblumen ausgesät. Der Flöhaer Imker Falk Meyer stellte zwanzig Bienenstöcke in das farbenfrohe Blütenmeer - insgesamt also etwa 200.000 Bienen. Mit dem Wildblüten-Honig aus Falkenau sollen im kommenden Jahr Psywork-Kunden überrascht werden.

Bienen sind übrigens in der Lage ultraviolettes Licht zu sehen, sie orientieren sich im Flug daran und würden sich auf einer Schwarzlichtparty wohl gut zurechtfinden.

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