In Mini-Weißbach gibt es jetzt auch Brot

Beim neuen Objekt der Miniaturanlage im Amtsberger Ortsteil handelt es sich um eine ehemalige Bäckerei. Nicht nur die Fassade zieht die Blicke der Besucher auf sich, auch das Innenleben.

Weißbach.

Klempner, Schuster, Gaststätte und Laden - all das hatte Mini-Weißbach längst zu bieten. "Jetzt gibt's bei uns auch frische Brötchen", sagt Hartmut Lehmann schmunzelnd. Er zeigt dabei auf das neue Objekt in der im Maßstab 1:10 erbauten Miniaturanlage, die jedes Jahr um ein historisches Gebäude des Ortes wächst. Dass diesmal eine ehemalige Bäckerei dazukam hat seinen Grund. "Wir legen großen Wert auf handwerkliche Traditionen", sagt Lehmann, der mit seinen Kollegen aus der Arbeitsgruppe des Weißbacher Heimatvereins diesmal besonders lange tüfteln musste.

Generell wurden auf dem nun 23 Objekte umfassenden Gelände neue Elektroanschlüsse inklusive eines Sicherungskastens installiert. Doch speziell die Bäckerei, die 1910 von Karl Hugo Seidel im Niederdorf eröffnet wurde, hatte es in sich. Schon allein das Gebäude ist laut Lehmann ein echter Hingucker. "Es wurde 1894 als stattliches Wohnhaus errichtet. Das war damals der Anfang der massiven Bauweise, nachdem es bis dahin mehr Fachwerkhäuser gegeben hatte", erklärt der Weißbacher. Genauso viel Wert legten er und seine Mitstreiter auf das Innenleben, denn vor 110 Jahren kam Karl Hugo Seidel die zündende Idee einer Weißbäckerei. Fertigte er in erster Linie helles Brot, so nahm die Vielfalt der Backwaren deutlich zu, als Rudi Kröher 1958 das Zepter übernahm. Was sich von in der Backstube in den folgenden 15 Jahren jeden Tag abspielte, wollten die Erschaffer von Mini-Weißbach unbedingt nachstellen.

Um Menschen den Besuch von Mini-Weißbach noch schmackhafter zu machen, setzen die Erbauer schon seit einigen Jahren auf elektrisch betriebene Figuren. Und die sind auch in der Bäckerei zu erleben, während sie beispielsweise den Teig ausrollen und das Brot in den Ofen schieben. Zu sehen wäre dies für Besucher eigentlich nicht gewesen. Also nahmen sich Mitglieder der Arbeitsgruppe die Freiheit, die Wand am seitlichen Anbau mit einem großen Fenster zu versehen. "In Wirklichkeit hat es das nie gegeben", so Lehmann. Am Charme des Gebäudes, der nach der Schließung der Bäckerei im Jahr 1973 durch Umbauten verloren gegangen sei, ändere das Fenster allerdings nichts.

Wie immer haben die Weißbacher bei ihrer Arbeit viel Liebe zum Detail bewiesen. So wurde beispielsweise auch die Weihnachtsbeleuchtung schon vorsorglich in der Bäckerei installiert. Daneben gab es diesmal noch mehr zu erledigen, denn zum Beispiel benötigte Böhm's Ballhaus einige Restaurationsarbeiten. Auch auf dem Grünbereich neben den Häusern wurde Hand angelegt, indem Büsche beseitigt und das Gelände eingeebnet wurden. Dazu laden nun überdachte Sitzbereiche zum Verweilen ein.

Coronabedingt fiel die Einweihungsfeier diesmal nicht ganz so groß aus wie in den vergangenen Jahren. Trotzdem soll Mini-Weißbach auch in Zukunft viele Besucher anlocken. "Dort gibt es ja jetzt auch frische Brötchen. Das gehört einfach dazu", meint Hartmut Lehmann.

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