Ist hier auch ein Goldschakal in die Fotofalle getappt?

Wildtiere dringen immer weiter in die Region vor. Das kann Kleingärtner Siegfried Schlottke dank aufgestellter Kamera beweisen.

Kleinwaltersdorf.

Idyllisch liegt die Gartenanlage "Am Waldcafé" am Ortsrand zwischen Kleinschirma und Kleinwaltersdorf. Doch offenbar sind die Gartenfreunde am Waldcafé nicht allein. Denn so emsig sie alle - unter ihnen Helga und Siegfried Schlottke - auch gärtnern, das Ernten scheint nicht allein ihr Metier zu sein.

Immer wieder erlebte das Ehepaar in jüngster Zeit, dass morgens, wenn beide aus ihrer Freiberger Wohnung in den Garten kommen, schon jemand am Werk war. "Unsere Wiese mitten im Garten war auf einer ziemlich großen Fläche aufgewühlt. Nach dem Glattharken wieder", berichtet Siegfried Schlottke. Wer sollte sich nachts im Garten zu schaffen machen? Der 79-Jährige wollte der Sache auf den Grund gehen und besorgte sich eine Wildkamera. Es dauerte nicht lange. Bald schon staunten er und seine Frau, was nachts im Garten auf Besuch kam. Beim Ansehen der Videos aus der Kamera zeigten sich nicht nur Waschbären, Füchse, Katzen und andere Vierbeiner auf den Bildern. "Ich habe auch ein Tier gesehen, von dem ich meine, dass es ein Goldschakal sein könnte", sagt Siegfried Schlottke. Er erinnerte sich an einen Artikel in der "Freien Presse". Darin war über einen Goldschakal berichtet worden, der im März auf einem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz in eine Fotofalle getappt war und auch darüber, dass sich der mit dem Wolf zwar verwandte, aber mit ihm verfeindete Goldschakal in Deutschland wieder ansiedele.

Schlottkes zogen Nachbarn wie auch einen Jäger zurate und kamen zu dem Ergebnis: "Das Tier ist nach unserer Meinung ein Goldschakal." Dafür sprächen die längeren Beine, der anders geformte Schwanz wie auch die Zeichnung des Fells - dunklere Spitzen als der Fuchs auf den Bildern. Doch genau diese Fellzeichnung lässt den Biologen Dr. Ulrich Zöphel am meisten zweifeln. "Nach den Bildern zu urteilen, handelt es sich um einen Fuchs - genauer - einen Brandfuchs", sagt der Mitarbeiter des Referats Artenschutz im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Dafür spricht nach seiner Meinung besonders die dunklere Hinterseite der Ohren sowie die ebenfalls dunklere Vorderseite der Beine des Tieres. "Bei einem Goldschakal ist das Fell nicht so gefärbt", erklärt er. "Ein Goldschakal ist deutlich größer. Seine Ähnlichkeit mit dem Wolf ist größer als mit dem Fuchs", erklärt der Biologe. Bisher gebe es in der Region keinen Nachweis für dasWildtier und bestätigten Nachwuchs lediglich aus der Gegend um Prag.

Festgestellt haben Schlottkes dennoch, wer ihren Garten nachts umpflügt: Es sind die Waschbären auf ihrer Jagd nach Regenwürmern und Käferlarven.

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