Jeden Tag flüchten vier Unfallfahrer

In Mittelsachsen haben in den ersten zehn Monaten des Jahres 1172 Beteiligte pflichtwidrig den Unfallort verlassen. Über 40 Prozent werden dennoch erwischt.

Flöha.

Bei Niederschöna touchiert ein Pkw auf der B 173 am 29.November einen Audi im Gegenverkehr. Der 65-jährige Audifahrer wird leicht verletzt, die andere Fahrerin - es soll sich um eine ältere Frau mit Brille handeln - verlässt pflichtwidrig die Unfallstelle. In Hartmannsdorf wird drei Tage zuvor ein Suzuki Swift auf einer Kreuzung von einem Kleintransporter gerammt. Der weiße Kastenwagen hält nicht an; Schaden: 3000 Euro. In Frankenberg trifft es am 23. Oktober einen Skoda, der auf der Max-Kästner-Straße parkt. Schaden: nahezu 10.000 Euro. Auch hier türmte der Unfallverursacher.

Laut Polizei gibt es im Landkreis im Schnitt rund vier Fahrerfluchten am Tag. "Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Oktober 2019 wurden bei der Polizeidirektion Chemnitz 1172 Verkehrsunfallfluchten in Mittelsachsen registriert", informiert Daniela Koenig. Die Abschnitte der Autobahnen seien dabei ausgenommen, so die Pressesprecherin. Gegenüber den Vorjahren haben die Gesetzesbrüche zugenommen. Laut Koenig gab es 2018 im Vergleichszeitraum 1153 Verkehrsunfallfluchten, 2017 seien es 1092 gewesen.

Auch wenn der Schaden nicht immer in die Tausende geht - selbst ein "Parkplatzrempler" ist für den Geschädigten ärgerlich. Paragraf 34 der Straßenverkehrsordnung verpflichtet den Unfallfahrer, sich zu stellen. Das Strafgesetzbuch droht bei Fahrerflucht mit bis zu drei Jahren Haft an. Laut Verkehrsbericht 2018 der Polizeidirektion konnten 41,6 Prozent aller Unfallfluchten in Mittelsachsen aufgeklärt werden.


Das rät die Polizei

Bei geringfügigem Sachschaden ist unverzüglich beiseite zu fahren, um andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig zu behindern (§ 34 StVO).

Von einem Anruf bei der Polizei können Sie absehen, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. In diesem Fall sollten Sie jedoch daran denken, eigenständig Beweise zu sichern bzw. den Unfall zu dokumentieren, beispielsweise Fotos aufzunehmen.

Wenn bei einem Parkplatzunfall der Verursacher nicht mehr vor Ort sein sollte, überlegen Sie bitte, neben welchen Fahrzeugen sie Ihres geparkt hatten. Wichtig ist hierbei auch die Abstell- und die Feststellzeit. Teilen Sie in solchen Fällen auch mit, ob andere - etwa Anwohner - den Unfall verfolgt haben könnten.

Einen Zettel zu hinterlassen mit ein paar wenigen Daten ist nach gültiger Rechtssprechung zumeist nicht ausreichend, wenn man selbst der Schuldige eines Malheurs ist, erklärt Daniela Koenig von der Polizeidirektion Chemnitz. Die Polizei leite gegebenenfalls dennoch Ermittlungen wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort ein. (jan)

www.polizei.sachsen.de

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