Jedes Bild ist eine Sensation

Der Frankenberger Maler Dietmar Weickert gehört zu den Künstlern, deren Ansichten den Kalender "Augustusburg 2018" schmücken.

Frankenberg/Augustusburg.

Sein Atelier ist die Natur, sein Anspruch: Aus jedem Bild eine Sensation machen. Dietmar Weickert lebt die Kunst. Und er gibt zu: "Ich trenne mich nicht gern von meinen Bildern." Da passt es gut, dass der Frankenberger sein Original für den aktuellen Augustusburg-Kalender nur kurz aus der Hand geben musste. Inzwischen ziert es wieder den zugleich als Feierraum und Atelier genutzten Carport hinter dem schmucken Stadthaus. Über ein klassisches Atelier verfügt der Maler nicht. Einmal abgesehen von dem früheren Kinderzimmer im ausgebauten Dachgeschoss.

1953 in Frankenberg geboren absolvierte Dietmar Weickert eine Lehre als Schrift- und Plakatmaler. Von 1970 bis zur Rückübertragung des Unternehmens 1994 war er beim Werbe- und Ausstellungsbau in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz tätig - eine erfüllende Zeit. Zum Glück stieß der Maler bald auf die Zeitungsannonce einer Leuchtenbaufirma in Limbach-Oberfrohna. "In dem Unternehmen wurden designorientierte Leuchten im gehobenen Segment hergestellt", erzählt der Maler. "Bis zu meinem Ruhestand 2016 war ich dort für die ganze Palette von der Produktentwicklung bis zum Messebau zuständig."

Fortan hatte der Frankenberger noch mehr Zeit, sich der Malerei, dem Zeichnen und auch der Grafik mit Motiven aus der Region zu widmen. Als äußerst fruchtbar hatte sich da längst der Austausch mit seinem Schwiegervater, dem in ganz Frankenberg bekannten Kunsterzieher Johannes Dorsch, erwiesen. Dessen Tochter wiederum, also Dietmar Weickerts Ehefrau Carola, ist bis heute seine schärfste Kritikerin, die aber auch berät. "Bisweilen wird man ja betriebsblind, kann also eine Anregung gut gebrauchen. Es gibt aber auch Momente, da schwenkt sie um", sagt der Maler.

Am liebsten ist er zusammen mit seinen Künstlerfreunden Olaf Sporbert und Uwe Bayer unterwegs. "An schönen Tagen ziehen wir in die nähere Umgebung, suchen uns mehr oder weniger spontan einen Ort aus und fangen an zu malen", erzählt Dietmar Weickert. "Ich nehme immer alles von der Leinwand bis zum Pinsel mit. Unter Umständen wird das Bild dann schon vor Ort fertig. Es kann aber auch passieren, dass ich ein Motiv wieder verwerfe." Mitunter kehrt der Maler mehrfach an einen Platz zurück, experimentiert mit einer anderen Technik, variiert den Blickwinkel. "Jedes Werk ist ein Einzelstück", sagt er.

Etwas Besonderes ist auch Dietmar Weickerts Acrylbild von der Augustusburg. "Meist wird die Burg von der Hausdorfer Höhe oder von der Oederaner Seite abgebildet", sagt der Frankenberger. "Da zeigt sie sich von ihren Schokoladenseiten. Ich bin aber in der festen Absicht losgezogen, etwas anderes zu machen." Dabei war der Tag gar nicht optimal: "Wir waren spät dran. Wolken zogen auf." Das Wetter müssen die Maler ohnehin stets im Blick haben: Mitunter ist es so windig, dass die Staffelei droht umzukippen. Allen Widrigkeiten zum Trotz ging Weickerts Plan, mit seinem Bild zu überraschen, aber auf. Er malte die Augustusburg vom Süden her. "Sie kommt aus dieser Richtung besser zur Geltung. Man kommt den Gebäuden dort relativ nah. Fährt man auf die Burg zu, baut sie sich förmlich vor einem auf." Nur die Stadtkirche sucht der Betrachter auf dem Bild vergeblich: Die versteckt sich aus diesem Blickwinkel hinter der Burg.

Serie Alle bisher erschienenen Beiträge über Künstler, die am Kalender beteiligt waren, finden Sie im Internet. www.freiepresse.de/kalender2018

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