Jugendlichen ist Dorf nicht egal

In Grünhainichen sind Ideen für das Programm "Jugend bewegt Kommune" gesammelt worden, nun wird es konkreter. Für ein erstes Projekt soll es noch in diesem Jahr 3000 Euro geben.

Grünhainichen.

Die Gemeinde Grünhainichen bewirbt sich mit ihren Ortsteilen Waldkirchen und Borstendorf für das Programm "Jugend bewegt Kommune". Nachdem es Anfang Juni ein erstes Treffen mit Vertretern der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gab, die das Projekt betreuen, wurde es vergangene Woche konkreter. In drei Arbeitsgruppen erarbeiteten 30 Kinder und Jugendliche Ideen, was sie sich für ihren Ort wünschen. "Das können auch Vorstellungen sein, die auf den ersten Blick unrealistisch erscheinen", sagte Jörg Bartusch von der DKJS. Doch so unrealistisch waren die Ideen und Wünsche gar nicht. "Jugend bewegt Kommune" ist ein Programm der DKJS in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Dabei sollen finanzielle Mittel nicht nach dem Gießkannenprinzip ausgeschüttet werden, sondern gezielt in einzelne Projekte fließen.

"Eine Werkstatt wäre toll; viele fahren schon Moped und bald Auto, da wäre ein Treff zum Schrauben klasse", sagte Noah Rüger aus Borstendorf. Der schlechte Zustand der August-Bebel-Straße in Borstendorf brennt Nick Obendorf auf den Nägeln: "Selbst mit dem Moped fährt man in Schlaglöcher, da muss endlich etwas gemacht werden." Luise Pigorsch aus Grünhainichen wünscht sich Workshops in den Bereichen Sport und Kreativität. Vielleicht könne man dafür Rentner gewinnen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Jugendlichen weitergeben, meinten Laura Ohme aus Borstendorf und Lili Beer aus Grünhainichen. Durch alle Arbeitsgruppen hindurch zog sich der Wunsch nach einem stärkeren Miteinander der Grünhainichener Ortsteile. Dazu zählte auch ein Gemeindefest, das das Gemeinschaftsgefühl der Einwohner stärken könnte. "Unter den Älteren bestehen noch zu viele Abneigungen hinsichtlich der Zusammenarbeit aller Ortsteile. Da können wir als junge Generation vorangehen; wir haben diese Berührungsängste nicht", so Luise Pigorsch.


Die Kinder und Jugendlichen waren selbst in ihren kühnsten Träumen nicht weit von der Realität entfernt: Müll beräumen und reduzieren, mehr Abfallbehältnisse, mehr Insektenhotels. Naturschutz steht ganz oben auf den Listen, die erstellt und ausgewertet wurden. Eine weitere Forderung der Kinder und Jugendlichen: die unmittelbare Beteiligung an bereits in der Planungsphase befindlichen Projekten.

"Heute haben wir gesehen, dass die Kinder und Jugendlichen effektiv Ideen entwickeln", sagte Grünhainichens Bürgermeister Robert Arnold. "Beim Ausbau des Jugendtreffs Grünhainichen werden sie gemeinsam mit dem Turnverein 1863 arbeiten. Was sie können, haben sie schon bei den neugestalteten Flächen des Außenbereichs des Jugendklubs gezeigt", so Arnold weiter.

3000 Euro werde es noch in diesem Jahr für ein Projekt geben, versprach Koordinator Jörg Bartusch. Beim nächsten Treffen am 6. September sollen dafür die Weichen gestellt werden.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...