"Kaffee getrunken wird immer"

Berufsmillionäre Uwe Krasselt vom gleichnamigen Kaffeeteam aus Breitenau über Automaten, Bohnen und den neuesten Trend

Breitenau.

Zahlen bestimmen den Alltag. Einige Berufsvertreter haben für die "Freie Presse" ihre Statistik bemüht, und da wird mancher sogar zum Berufsmillionär. Uwe Krasselt ist Inhaber der Firma Kaffeeteam Krasselt GmbH Breitenau. Mit dem 51-Jährigen sprach Christof Heyden.

Freie Presse: Bei Ihnen dreht sich alles rund um eines der beliebtesten Getränke überhaupt. Wie sind Sie zum Kaffee gekommen?

Uwe Krasselt: Im Dezember 1990 habe ich mein Unternehmen gegründet, mit dem ich damals als Heiß- und Kaltgetränke Systeme Krasselt den Start in die Marktwirtschaft wagte. Meine Überlegung: Getrunken und gegessen wird immer. Außerdem eroberten unterschiedlichste Servicesysteme wie Kaffeeautomaten nun auch den Markt im Osten. Darin sah ich wirtschaftliches Potenzial. Im Laufe des Geschäftsganges ist daraus die Kaffeeteam Krasselt GmbH hervorgegangen, mit der ich mich seit 1998 speziell dem Genussgetränk widme. Dafür habe ich sogar ein Markenzeichen beim Patentamt eintragen lassen. Wir verkaufen und warten Kaffeemaschinen für Großkunden, bieten aber zum Beispiel auch Pads und Kapseln an.

Man spricht oft von Kaffeesachsen. Stimmt das geflügelte Wort?

Kaffee wird in seinen verschiedenen Zubereitungsformen in allen Lebenslagen getrunken, also als Instantkaffee, Bohnenkaffee, Filterkaffee, Kaffee-Filtersirup, Kaffeepads, Kaffeekapseln. Der eine startet mit ihm in den Morgen, der andere beschließt mit einem Schälchen Heißen den Tag, für manchen läuft der Job nur, wenn Kaffee bereitsteht. Für Sachsen liegen mir keine speziellen Statistiken vor. Fest steht, dass in Deutschland pro Kopf 150 Liter getrunken werden. Die Marktforscher haben ermittelt, dass 85 Prozent der Bevölkerung Kaffeegetränke schätzen. Es liegen Zahlen vor, dass die Finnen mit zwölf Kilogramm Bohnenverbrauch in Europa an der Spitze liegen und Deutschland auf Platz acht mit reichlich 6,5 Kilogramm pro Kopf landet.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee ...

Das ist ein komplexes Thema. Bekanntlich können verschiedene Zubereitungsarten gewählt werden. Unser Dienstleistungsgeschäft umfasst beispielsweise Automaten, die zwischen zehn und 24 verschiedenen Darreichungsformen anbieten. Für jede Geschmacksvariante, etwa Kaffee komplett oder Latte, wird ein entsprechender Mahlgrad, Mahlmenge, Vorbrühzeit, Wassermenge, Temperatur und Andruck eingestellt. Wir betreuen Maschinensysteme, die in der Regel pro Exemplar durchschnittlich 24.000 Tassen zu je 135 Milliliter pro Jahr zubereiten.

Lässt sich die Anzahl von Tassen errechnen, die mit ihren Automaten gebrüht werden?

Vor unserem Gespräch habe ich gerechnet. Mit den von uns verkauften und betreuten Automaten werden pro Monat allein rund 264.000 Tassen Kaffee zubereitet, das sind knapp 3,2 Millionen Tassen im Jahr. Dazu kommen weitere Heißgetränke, etwa Cappuccino oder Schokolade. Ich rechne mal die letzten 14 Jahre, also die Hälfte meines Berufslebens - da komme ich auf rund 43 Millionen Tassen Kaffee.

Haben Sie je die Bohnen abgezählt, die in den Verkauf gehen?

Das ist schwierig zu überschauen. Feste Größe sind zirka 60 Bohnen für eine Tasse Kaffee, die etwa 7,5 bis 8 Gramm entsprechen. Je nach Sorte erzielen wir aus einem Kilo Bohnen zirka 120 Tassen Kaffee. Dabei unterscheiden wir zwei Grundsorten an Kaffeebohnen: die Arabica, die je nach Qualität zwischen 6 und 8 Millimetern groß ist, und die Robusta, die pro Stück Maße von 4 bis 5 Millimeter umfasst. Allein von der Sorte Arabica verkaufen wir rund 2,8 Tonnen pro Jahr. Das entspricht etwa einer Menge von 20,7 Millionen Kaffeebohnen. Wenn man die mit einer durchschnittlichen Länge von sieben Millimetern aneinanderlegen würde, ergäbe das eine Strecke von zirka 149 Kilometern.

Und wie steht es um weitere Zutaten?

Wir verbrauchen pro Jahr zirka eine Tonne Trockenmilch und zirka 700 Kilogramm Trinkschokolade, da eine weitere Zubereitungsform der Kakao ist. Und noch eine Zahl: Aus einem Kilogramm Instantkaffee werden etwa 500 Portionen verabreicht. Übrigens: Nur in Deutschland gibt es eine Kaffeesteuer, die zirka einen Cent pro Tasse beträgt.

Wenn Kaffeeexperte Uwe Krasselt über eine Million Euro verfügen würde, was würde er damit anstellen?

Ich würde den Betrag in das Unternehmen stecken und die neueste Generation an Automaten anschaffen. Ein Trend ist beispielsweise, Kaffeesysteme mit Wasserspendersystemen zu koppeln und verschiedenste erfrischende Kalt- und Mixgetränke anbieten zu können.

Alle Beiträge der Reihe "Berufsmillionäre", die bisher erschienen sind, können Sie im Internet auf der Website der "Freien Presse" noch einmal nachlesen. freiepresse.de/berufsmillionaere

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