Kleine Paten für große Gewächse

Im Niederwiesaer Ortsteil Braunsdorf schlagen jetzt 15 neue Bäume Wurzeln. "Rappelkiste"-Kinder wachsen mit ihnen.

Braunsdorf.

Patenschaften für 15 neu gepflanzte Bäume in Braunsdorf haben jetzt die lieben Kleinen aus der Kita "Rappelkiste" übernommen. "Zusammen mit ihren Eltern passen sie auf, dass niemand den Setzlingen etwas tut und werden sicher auch einmal gießen", sagte Holger Maywirth. Der Braunsdorfer Ortsvorsteher hatte die Idee, als Ersatz für aus Sicherheitsgründen gefällte, alte Bäume neue Gewächse in den Boden zu bringen. Aber die gesamte Umsetzung habe das Team der "Rappelkiste" übernommen.

"Es regnet gerade. Wer braucht Wasser?", fragte Ulrike Seidel. "Unsere Bäume", schallte es der Kita-Leiterin aus 20 Kehlen entgegen. Die Mädchen und Jungen zwischen zwei und sechs Jahren waren gestern vor Ort voll bei der Sache. "Wir wollen gießen, Unkraut wegmachen und gucken, wie die Bäume wachsen", sagten sie. "Und wir brechen keine Äste ab."

Schon in der Kindertagesstätte hatten Ulrike Seidel und Betreuerin Manuela Meisel den Nachwuchs an das Thema herangeführt. "Wir möchten Liebe zu Natur und Heimat vermitteln. Das gehört auch zur kindlichen Bildung", sagten die beiden. Darum schärften sie die Aufmerksamkeit der Kleinen, erklärten, warum die Pflege von Pflanzen so wichtig ist. Am Ende dieser Entwicklung stand dann die Baumpatenschaft. Und wenn sich Familien um die Bäume kümmern, entlastet das auch den Bauhof der Gemeinde.

Lautstark zählten die Kinder zunächst von 1 bis 15. Danach teilten die Betreuer nummerierte Anhänger aus. Unglaublich, aber wahr: Der Datenschutz sieht es kritisch, wenn die Namen der Baumpaten auf öffentlich aushängenden Schildern stehen. Daher die Nummern. Einmal am Baum angebracht, dienen die Schilder als Schutz-Schilde. "Sie sagen Räubern: Finger weg von unseren Bäumen", so Manuela Meisel.

"Wer hat die Patenschaft für den Baum Nummer 1?" Die kleine Haylie war nicht mehr zu halten: "Ich, ich", rief sie und nahm ihr Schild. In der Kita gibt es eine Liste, in der die Nummern den Kindern zugeordnet werden können. "Wer in die Schule kommt, darf seine Patenschaft an Jüngere übertragen und so auch denen die Bedeutung der Baumpflege erklären", sagte Holger Maywirth. Ob aus den Laub- eines Tages auch Zuckertütenbäume werden, wollten die Kinder wissen. Das konnte ihnen Ulrike Seidel nicht sagen. Stattdessen griff sie zur Gitarre und stimmte das Lied von der Zuckertüte an. Als Dankeschön gab es dann noch eine Runde Eis von Rüdiger Beuthler. "Lasst es euch schmecken", sagte er. Der Wirt des Restaurants "Zur 5-er Brücke" hat schließlich auch etwas von den jungen Bäumen vor seiner Tür.

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