Kontakt-Linsen der leckeren Art

Trubel auf der Partymeile: Flöha feierte sein 16. Straßenfest. Und die Freiwilligen warben gleich für das Feuerwehrfest.

Flöha.

Das Straßenfest in Flöha ist für manche Hausfrau ein willkommener Anlass, sich einmal nicht um das Mittagessen zu kümmern. Denn es gehört zu einer Tradition der ersten Stunde, dass an diesem Tag vor der Brillenstube frische Linsensuppe serviert wird. "Dass wir gerade diese Art von Speise gewählt haben, hat einen guten Grund. Schließlich können die Kunden bei uns unter anderem Kontakt-Linsen erhalten. Und deshalb haben wir mit einem kleinen Wortspiel unser Unternehmen und das angebotene Essen in Verbindung gebracht", sagte Steffen Riedel, der einst die Idee dazu hatte und 1993 die Brillen-Stube in der Rudolf-Breitscheid-Straße aus der Taufe gehoben hatte. Seitdem hat sich viel verändert, so hat sein Sohn Bertram die Nachfolge angetreten. Im November begeht der Betrieb sein 25-jähriges Gründungsjubiläum. "Aber dass es zum Straßenfest Linsen bei uns gibt, ist geblieben. An dieser Tradition wurde nicht gerüttelt", sagte Daniela Schilling, die gemeinsam mit Claudia Grundig die Flöhaer Niederlassung führt. Für das Straßenfest, das in diesem Jahr seine 16. Auflage erlebte, hatte die Menü GbR Niederwiesa, deren Geschäftsführer Uli Seidel in Nachbarschaft der Brillenstube wohnt, wieder 100 Liter der Linsensuppe gekocht. Schon vor dem offiziellen Beginn des Festes hatten sich die ersten Hungrigen eingefunden, um sich ihre Portion gegen ein kleines Entgelt abzuholen. Als wenige Minuten nach 16 Uhr der Trubel auf der Partymeile auf Hochtouren lief und die Menschen buchstäblich auf das Festgelände strömten, kratzte Steffen Riedel die letzten Reste aus der Gulaschkanone. Dies zeigte, wie hoch der Linseneintopf nach wie vor bei den Gästen im Kurs steht. Der Erlös aus dem Verkauf fließt nicht etwa in die Unternehmenskasse, sondern wird wie in den vergangenen Jahren einem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellt. "Wir werden der Bambini- und Jugendfeuerwehr Flöha etwas mehr als 300 Euro übergeben", sagte Daniela Schilling. " Wir freuen uns natürlich sehr über diese Hilfe. Das Geld setzen wir für unsere regelmäßig stattfindenden Übungsdienste ein", bedankte sich Michael Frenzel, der sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Flöha seit Jahren intensiv und nachhaltig um die Kinder und Jugendlichen kümmert. Der Feuerwehrnachwuchs hatte ebenfalls seinen Beitrag zum Gelingen des Straßenfestes geleistet. An der Kreuzung Breitscheid-/Pufendorfstraße hatte die Truppe einen Stand zum Zielspritzen aufgebaut. Zudem wurde die Technik eines Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs präsentiert und auf das Flöhaer Feuerwehrfest, dass von 31. August bis 2. September stattfindet, aufmerksam gemacht. "Eine kleine Aktie am Linseneintopf-Verkauf hat unsere Feuerwehr auch. Denn wir haben die Gulaschkanone zur Verfügung gestellt", schmunzelte Frenzel.


Gewerbevereinschef, Trainerin und Pflanzenzüchter gehörten zu jenen Akteuren, die das Flöhaer Straßenfest zum Erfolg machten

Manuel Grießbach hatte am Samstag noch bis kurz vor Beginn des 16. Flöhaer Straßenfestes die Arbeitshandschuhe an. Schließlich gab es noch tausend kleine Dinge zu erledigen, bevor der offizielle Startschuss gegeben werden konnte. Doch 14 Uhr stand der Chef des Gewerbe- und Festvereins Flöha auf der Bühne und begrüßte die Besucher. Es dauerte nur wenige Minuten, bis sich das gesamte Areal mit sehr vielen Gästen füllte. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf. Aus meiner Sicht war es ein Mega-Erfolg mit einer riesengroßen Resonanz. Ein Dank gilt allen aktiven Vereinsmitgliedern, Helfern und Sponsoren" , sagte Grießbach. Von den teilnehmenden Händlern und Anbietern habe er sehr viele lobende Worte gehört.

Cynthia Witassek ist es als Trainerin am Sport- und Therapiezentrum Flöha zwar gewohnt, mit Menschen umzugehen. Doch beim Straßenfest in Flöha erlebte die 24-Jährige eine Premiere. Denn erstmals stand sie vor Publikum auf einer Bühne, um einen kleinen Teil des Kursangebots praktisch vorzustellen. "Ich habe im März 2018 mein Masterstudium im Gesundheits- und Fitnesssport abgeschlossen. Jetzt bekomme ich Beruf und Hobby besser unter einen Hut. Denn neben meiner Arbeit im Therapiezentrum Flöha bin ich auch in der Freizeit viel sportlich unterwegs", sagte die Chemnitzerin.

Richard Hamann präsentierte an seinem Stand winterharte Kiwibeeren. "Bei den Pflanzen, die es bei mir gibt, handelt es sich um die kleinere, unbehaarte Schwester der tropischen Kiwi. Diese kann man mit Schale essen und im Garten anbauen", sagte der 29-Jährige. Sein Betriebssitz befindet sich in der ehemaligen Ziegelei in Niederwiesa. "Perspektivisch möchte ich auch in die Fruchtproduktion einsteigen", sagte Hamann. (kbe)

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