Kreis nimmt 58 Geflüchtete auf

Erstmals seit Corona gibt es wieder Zuweisungen

Freiberg.

Erstmals seit Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie hat der Landkreis Mittelsachsen im Mai wieder Geflüchtete zugewiesen bekommen. Wie Cornelia Kluge, Pressereferentin im Landratsamt, auf Anfrage der "Freien Presse" erklärte, wurden dem Landkreis im vergangenen Monat insgesamt 58 Personen von der Landesdirektion Sachsen zugewiesen. Im März und April seien indes keine Zuweisungen erfolgt. Auch Abschiebungen habe es seit Mitte März nicht mehr gegeben.

Die im Mai neu zugewiesenen Menschen stammen laut Kluge unter anderem aus dem Libanon, Georgien, Pakistan, Syrien, Afghanistan, Albanien, Äthiopien, Indien, Kamerun, Russland, der Türkei, Venezuela und Palästina. Somit leben nun 2562 anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete im Landkreis Mittelsachsen.

Die wenigsten von ihnen wohnen in den vom Landkreis vertraglich gebundenen Gemeinschaftsunterkünften. Zum 30. April lebten dort laut Kluge 554 Personen, von denen neun über einen Aufenthaltstitel verfügen. Weitere 322 Personen - davon 18 mit Aufenthaltstitel - lebten zu diesem Zeitpunkt in Wohnprojekten. In privat vom Landkreis angemieteten Wohnungen lebten 165 Personen. In Wohnungen der Freiberger Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung (GSQ) lebten 443 Personen, davon 95 mit Aufenthaltstitel. Laut früheren Angaben hat der Landkreis über die GSQ in 29 Städten und Gemeinden Mittelsachsens 173 solcher Wohnungen für Geflüchtete angemietet. Die restlichen Geflüchteten sind nicht vom Landkreis untergebracht.

Die meisten der in Mittelsachsen untergebrachten Geflüchteten stammen aus dem Irak, Afghanistan, Indien, Pakistan, Russland, Syrien, dem Libanon, Venezuela, dem Iran und Georgien. Da die Anzahl der Geflüchteten in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, hat der Landkreis inzwischen 13 seiner einst 18 Unterbringungseinrichtungen aufgegeben.

Die Absicht, weitere Gemeinschaftsunterkünfte oder Wohnprojekte zu schließen, gab es zuletzt aber nicht mehr. In den vom Landkreis betriebenen Gemeinschaftsunterkünften an der Chemnitzer Straße in Freiberg (zwei Standorte) in Döbeln, Lunzenau und Mobendorf gibt es zusammen 988 Plätze. In den beiden Freiberger Unterkünften lebten Ende April zusammen 301 Personen, in Döbeln 126, in Mobendorf 135, in Lunzenau 35 Personen. In Freiberg hat der Landkreis laut Kluge nur einen Teil der Unterkünfte angemietet. Bei 43 der dortigen Bewohner handle es sich um Personen mit Aufenthaltstiteln, die private Verträge mit dem Eigentümer geschlossen haben und somit nicht vom Landkreis dort untergebracht sind.

Der Anteil an Asylsuchenden, die ein Bundesland aufnehmen muss, richtet sich nach dem Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl, informiert das Landratsamt. Die Verteilung innerhalb Sachsens auf die Landkreise und kreisfreien Städte bemisst sich an der jeweiligen Wohnbevölkerung. (mit ar)

*In einer früheren Version hieß es, dass zum Jahresende 2019 insgesamt 1544 anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete in Mittelsachsen lebten. Das ist falsch. Richtig ist, dass zu diesem Zeitpunkt 2580 entsprechende Personen im Landkreis lebten. 1544 Personen lebten zu diesem Zeitpunkt in den vom Landkreis vorgehaltenen Unterbringungseinrichtungen.

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