Kunnerstein sucht alten Glanz

Zum jährlichen Fest auf dem Felsen über der Zschopau strömten etliche Besucher. In dieser Woche könnte Bewegung in die Nutzung und Pflege des Geländes kommen.

Kunnersdorf.

Bevor in dieser Woche die Weichen für die zukünftige Nutzung des Areals rund um den Kunnerstein-Felsen bei Augustusburg gestellt werden könnten, wurde an dem berühmten Aussichtspunkt gestern so richtig gefeiert. Zahlreiche Besucher nahmen den Weg hinauf zur Aussichtsplattform hoch über dem Zschopautal und genossen bei bestem Wetter Verpflegung und Unterhaltung.

Organisiert wird das jährliche Kunnersteinfest von der Abteilung Bergsteigen der SG Erdmannsdorf. Auch in diesem Jahr hatte die wieder das Duo Scandalli für die musikalische Umrahmung engagiert. "Die machen echt Laune", sagte Kati Semmler aus Chemnitz. Für sie ist es seit Jahren ein festes Ritual, dass sie mit der Familie die Eltern in Erdmannsdorf besucht. Dann wird gemeinsam zum Kunnersteinfest auf den Felsen gekraxelt, um Natur und Stimmung zu genießen. "Wir finden es hier oben richtig toll", sagte sie.

Auch Ines Butter aus Hennersdorf hat das gestrige Fest sehr genossen. Die 50-Jährige machte sich aber auch Sorgen um das Areal, auf dem vor einigen Jahrzehnten noch ein Ausflugslokal die Gäste anlockte. "Ich hoffe, dass der Platz am Kunnerstein erhalten bleibt", sagte sie. "Es wäre wirklich schade, wenn hier alles verfällt und am Ende sogar weggerissen wird.

Heute befindet sich an der Stelle des einstigen Gasthofes eine geräumige Schutzhütte mit zwei Etagen, an der Wanderer eine Rast einlegen können. Doch an der einst so schmucken Hütte hat der Zahn der Zeit genagt. Es regnet durch das Dach, das Holz ist dadurch morsch geworden.

Auch deshalb will die Augustusburger Stadtverwaltung mehr Einfluss auf das Gelände am Kunnerstein nehmen. Doch Besitzer ist der Sachsenforst. Mit Vertretern des Betriebes soll es in diesen Tagen einen Beratungstermin geben, wie Bürgermeister Dirk Neubauer (parteilos) informierte. "Wir hoffen, dass wir das Gelände pachten und damit selbst bewirtschaften und pflegen können", so der Stadtchef. "Auch wenn uns das viel Arbeit bescheren und Geld kosten wird."

Eine Lösung ist in Sicht: So liegt bereits der Entwurf eines Pachtvertrages für das Gelände vor. Der Stadtrat soll nun entscheiden, ob eine Pachtung des Areals, das dem Freistaat gehört und vom Sachsenforst verwaltet wird, weiterverfolgt wird. Denn der Kunnerstein mit seiner Aussichtsplattform sei einer der schönsten Flecken, die Augustusburg zu bieten habe, sagt Neubauer. Ob die Stadt als Pächter auch an der Schutzhütte Hand anlegen wird, ließ der Rathauschef noch offen. (mit cdo/mbe)

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