Läuse-Alarm an der Fichteschule ausgelöst

Der Parasitenbefall hat in Mittweida ein besonderes Ausmaß erreicht

Mittweida.

Kinder ohne schriftliche Erlaubnis mussten in der Fichteschule gestern draußen bleiben. Laut Schulleiter Matthias Möbius fehlte etwa die Hälfte der 420 Schüler. Grund waren Kopfläuse, die am Donnerstag aufgefallen waren. Zunächst aber nur im kleinen Kreis.

"Eine Lehrerin hatte zwei oder drei Kinder zu uns geschickt mit dem Anfangsverdacht auf Kopfläuse", beschreibt Möbius den Beginn der Ausnahmesituation. Der Verdacht schien sich zu bestätigen, die Kinder wurden nach Hause geschickt. Doch es dauerte nicht lange, bis die nächsten vor dem Sekretariat standen. "Die Kollegin stellte fest, dass fast die ganze Klasse betroffen zu sein scheint", erklärt der Schulleiter weiter. Stichprobenweise überprüften die Lehrer weitere Schüler. Nachdem auch bei einer zweiten und einer dritten Klasse Läuse festgestellt wurden, sah Möbius sich gezwungen, zu handeln.

"Es gab ein Krisengespräch. Schließlich können wir nicht die ganze Schule überprüfen", sagt er. Das Lehrerkollegium entschied sich, den Schülern eine Notiz in das Hausaufgabenheft zu schreiben. Darin wurden die Eltern aufgefordert, die Köpfe ihrer Kinder zu überprüfen. Danach, etwa in der Mittagszeit, wurden der Unterricht abgebrochen und alle Kinder nach Hause geschickt. Etwa 120 Verdachtsfälle gab es am Donnerstag, schätzt die Schulleitung. Eine Dimension, die auch Möbius so noch nicht erlebt hat: "Ich bin schon fast 30 Jahre im Schuldienst. Sonst waren das immer nur zwei oder drei Fälle."

Auch in Mittelsachsen habe es bislang noch keinen so großen Fall gegeben. Tina Soltysiak vom Landratsamt, verweist aber auf eine hohe Dunkelziffer. In diesem Jahr seien bislang insgesamt 130 betroffene Kinder in verschiedenen Einrichtungen gemeldet worden. Laut der Pressesprecherin kann ein Rückgang der Probleme erst nach 18 Tagen erwartet werden.

Den Läuse-Alarm bekam auch Uta Siling in der Rats-Apotheke in Mittweida mit: "Es war auffällig viel los." Zeitweilig seien Sprays ausverkauft gewesen. Laut Landratsamt sollten die Eltern am ersten Tag Produkte zur Lausbekämpfung auf den Köpfen auftragen und auskämmen. Nach acht bis zehn Tagen sollten sie das Prozedere wiederholen. Schulleiter Becker sieht die Gefahr, dass die Läuse sich auch am Gymnasium breitmachen: Viele der Kinder säßen im Schulbus dicht bei dicht.

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