Lange Wege für viele Herzkranke passé

Im neuen Katheterlabor in Freiberg ist am Montag der erste Eingriff vorgenommen worden.

Freiberg.

Am Krankenhaus Freiberg ist das stationäre Angebot erweitert worden. Eine Behandlung von zum Teil schweren Herzerkrankungen wird für viele Patienten aus Mittelsachsen nahe ihrem Wohnort möglich. Der Freiberger Heiko Höschler war der erste Patient im neuen Herzkatheterlabor im Obergeschoss des Hauses. Chefarzt Dr. Hagen Schrötter und Oberärztin Dr. Stefanie Katzke untersuchten das Herz des 60-Jährigen.

In das Herzkatheterlabor wurden laut Krankenhaussprecherin Dr. Ulrike Träger rund 3 Millionen Euro investiert. Nach modernstem Standard eingerichtet, stehe es für Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen, Herzkatheteruntersuchungen, Druckmessungen und kathetergestützte Eingriffe bereit. Ende des Jahres soll der Personalstamm komplettiert und fortgebildet sein. "Dann streben wir den 24-Stunden-/7-Tage-Bereitschaftsdienst an und wollen rund um die Uhr für Notfallpatienten der Region bereitstehen", versichert der Chefarzt. Laut Schrötter verlief der Eingriff am Montag, darunter eine Rechtsherzkatheteruntersuchung, reibungslos: "Die Aufnahmen sind sehr gut geworden." Einzig die Technik leistete noch Widerstand: So mussten beispielsweise Injektionen und Verbrauchsmaterial händisch anstatt via Barcode-Scanner eingegeben werden. Für die Woche sind bereits weitere Eingriffe vorgesehen.

Heiko Höschler wurde 9.15 Uhr in Empfang genommen und für den Eingriff vorbereitet. Chefarzt Schrötter und Oberärztin Katzke begannen die etwa 40 Minuten dauernde Untersuchung gegen 9.40Uhr, so Sprecherin Träger: "Der Patient war die ganze Zeit wach und ansprechbar. Im Aufwachraum war er bereits wieder zu Scherzen aufgelegt und dankte Schwestern und Mitarbeitern." Lediglich ein brennendes Gefühl im Arm habe er als unangenehm empfunden. Am Dienstag darf er schon nach Hause.

Für das Labor in den umgebauten Räumen der ehemaligen Zentralsterilisation rechnet Krankenhaus-Geschäftsführer Stefan Todtwalusch mit rund 1000Fällen im Jahr. Mit dem neuen kardiologischen Zentrum werde die Unterversorgung im ländlichen Raum weiter abgebaut. (grit)

www.freiepresse.de/katheter


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