Leute schaut her, es weihnachtet sehr

Nun geht sie wieder los, die schönste Jahreszeit im Erzgebirge. Lichterglanz verwandelt die Region zwischen Seiffen und Schönheide, zwischen Neukirchen und Oberwiesenthal in einen großen Weihnachtsberg. Allerorten stimmt man sich mit den verschiedensten Veranstaltungen auf das Fest ein. Mit Bergparaden, Mettenschichten oder Schnitzausstellungen werden Traditionen bewahrt und gelebt. Zur Freude von Hunderttausenden Einheimischen und Gästen.

Bergparaden

Sie sind in der Advents- und Weihnachtszeit der Publikumsmagnet schlechthin, locken Zehntausende Touristen in die Region: die Bergparaden in Regie des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine. Dieser repräsentiert laut Verbands-Homepage derzeit 65 Vereine mit mehr als 3500 Mitgliedern aus Sachsen und der Tschechischen Republik. Sie alle haben sich der bergmännischen Traditionspflege in Sachsen beziehungsweise im Erzgebirge verschrieben. Seit 2016 sind die "Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen" Bestandteil des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes. Interessant bei den einzelnen Knappschaften ist dabei das Habit, die traditionelle Kleidung der Bergleute. Sie unterscheidet sich etwa nach Regionen, aber auch nach den Tätigkeiten der Bergmänner.

Die größten Paraden in der Adventszeit im Erzgebirgskreis finden statt in: Zwönitz und Oelsnitz am 30. November, jeweils 17Uhr; in Thum und Aue-Bad Schlema am 1. Dezember, 14 beziehungsweise 17Uhr; in Stollberg und Olbernhau am 7.Dezember, 14 beziehungsweise 17 Uhr; in Schneeberg am 8. Dezember, 16.30 Uhr; in Seiffen sowie Schwarzenberg am 14. Dezember, 15.30 beziehungsweise 17 Uhr; in Marienberg und Lößnitz am 15. Dezember, 14 beziehungsweise 17Uhr.

Am 22. Dezember beginnt ab 13.30 Uhr in Annaberg die Abschlussbergparade des Landesverbandes. Laut Matthias Förster, Sprecher der Kreisstadt, sollen dabei circa 1100 Trachtenträger, darunter etwa 300Bergmusiker, für Gänsehaut-Atmosphäre sorgen. Die teilnehmenden Bergmannsvereine kommen aus ganz Sachsen, dem Bundesgebiet und der Tschechischen Republik nach Annaberg. Den glanzvollen Abschluss der Bergparade bildet ab etwa 14.30 Uhr das große Bergkonzert an der berühmten Sankt-Annen-Kirche.



Peremett aschiem

Mit der Tradition des Peremett aschiems, wie der Erzgebirger sagt, startet die Region in den nächsten Tagen in die Adventszeit. Diese Begrifflichkeit ist nach der Friedlichen Revolution geprägt worden und seitdem im hiesigen Sprachgebrauch verankert. Eines der größten Spektakel des Peremett aschiems kann man auf dem Marktplatz in Annaberg erleben. Es findet bereits am Freitag, 29. November, ab 17 Uhr statt. Unter den Augen von alljährlich mehreren tausend Besuchern steigen dabei alle 18 Figuren der großen Pyramide symbolisch von ihren Drehtellern herunter und stellen sich dem Publikum vor. Darunter befinden sich unter anderem Stadtgründer Herzog Georg, der berühmte deutsche Rechenmeister Adam Ries sowie die Montanunternehmerin und Bortenverlegerin Barbara Uthmann. Damit wird gleichzeitig auch der Annaberger Weihnachtsmarkt eröffnet.

Im Erzgebirge gibt es inzwischen kaum mehr eine Kommune ohne Ortspyramide. In vielen Städten und Gemeinden wie etwa Marienberg verfügen sogar die einzelnen Ortsteile über eine eigene Pyramide, die dann in feierlicher Atmosphäre symbolisch angeschoben wird. Verbunden ist das Zeremoniell gerade in kleinen Orten oftmals mit einem lokalen Weihnachtsmarkt. Das geschieht meist am Samstag vor dem 1. Advent wie etwa in Oberwiesenthal (ab 15.30 Uhr), in Aue mit dem Umzug der Pyramidenfiguren (ab 17 Uhr) oder in Lugau (ab 18 Uhr).

Einige Gemeinden haben aber auch ganz eigene Ideen entwickelt, mit denen sie in die Adventszeit starten. So steht etwa am ehemaligen Bahnhof in Herold ein Schwibbogen-Anblasen auf dem Programm (29. November, ab 17 Uhr.) In Grünhainichen gibt es das traditionelle Anschieben der Spieldose mit den Engeln der Manufaktur Wendt und Kühn (30. November, ab 15 Uhr).



Weihnachtsausstellungen

Wer wird Schwibbogenkönigin oder -könig? Diese Frage soll am 15. Dezember in der Stollberger Jacobikirche beantwortet werden. Dort findet ab Samstag, 1. Dezember, wieder die Schwibbogenausstellung statt, für die Jedermann selbst gefertigte Bögen einreichen konnte. Geöffnet ist die Schau montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 19 Uhr.

In Johanngeorgenstadt öffnet am Samstag, 30. November, die Sonderausstellung "Schwibbögen am Ortseingang" des Ehepaars Lorentz aus Wedemark/Niedersachsen. Sie ist bis zum 1.März 2020 zu sehen.

Im Schnitzerheim Geyer ist an den Adventswochenenden sowie am 26. und am 30. Dezember (13 bis 18 Uhr) eine Weihnachtsausstellung zu sehen.

Die Manufaktur der Träume in der Kreisstadt zeigt die Schau "Glasperlenleuchter - Lichter der Weihnacht". Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, am 24. und 31. Dezember von 10 bis 14 Uhr. Im Frohnauer Hammer geht es unter der Überschrift "Bergparaden - Bestandteil erzgebirgischer Weihnachtstradition" auf eine Reise in die bergbauliche Geschichte des Erzgebirges. Öffnungszeiten im Advent: montags bis sonntags, 9 bis 12 Uhr sowie 13 bis 16 Uhr.



Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmann, Glühweinstand, dazu der Duft gebrannter Mandeln, weihnachtliche Weisen und sanfter Flockenwirbel - so stellt man sich den Besuch auf einem Weihnachtsmarkt vor. Und das kann man so - vielleicht bis auf den Flockenwirbel - auch tatsächlich im Erzgebirge in den kommenden Wochen erleben.

Der erste Weihnachtsmarkt, der in der Region öffnet, ist der in Marienberg. Jeweils ab 18 Uhr lädt er zum Bummeln ein. Bis zum 22. Dezember ist ein Besuch möglich - unter anderem auch auf der Eisbahn.

Zwei Tage später, am 29. November, startet der Raachermannelmarkt Aue. Er ist bis 1. Dezember geöffnet. In dieser Zeit finden auch die Zwönitzer Hutzentage statt. Sie bieten von einer Weihnachtsmannparade (30. November, 10 Uhr) bis zum Anschnitt eines Riesenstollens (1. Dezember, 13 Uhr) jede Menge Vielfalt.

Unter dem Motto "Sich Zeit nehmen für das Besondere" ist der Annaberger Weihnachtsmarkt (29. November bis 23. Dezember) ein Magnet für Zehntausende Gäste aus dem In- und Ausland. Anziehungspunkte für Kinder und Familien sind etwa die neue Wichtelstadt mit ihren 24 Miniaturwerkstätten, die Wichtelwerkstatt, die Wichtelpost, die Wichtelbackstube sowie die Wichteldrechselschule und die Wichtelreitschule. Zu den Neuheiten auf dem Markt gehören eine Sonderedition des Annaberger Faltsterns in den Farben Blau-Weiß, eine orangefarbene Glühweintasse mit dem Motiv eines "Bergfertigen" sowie ein Schneider als neuer Annaberger Wichtel. Ferner dürfen sich Besucher erstmals auf "Gänseburger" freuen, das Heiligabendessen in moderner Interpretation.

Nicht minder beliebt bei Einheimischen wie Touristen ist der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt (6. bis 15. Dezember). Er punktet unter anderem mit dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Schlosshof sowie dem Schwarzenberger Märchenumzug mit rund 140 Teilnehmern (8. Dezember, 14.30 Uhr).

Zum inzwischen 29. Mal wird die Seiffener Weihnacht gefeiert. Die Eröffnung erfolgt am 30. November, 9.30 Uhr, mit einer kleinen Bergparade. Auf die Besucher warten mehr als 50 Verkaufsstände, welche die Straßen im festlich geschmückten Ortszentrum säumen. Am 21. Dezember steht 17 Uhr ein Laternenzug zum Weihnachtsmann auf dem Programm. Am 22. Dezember schließt die Weihnacht im Spielzeugdorf.

Weitere ausgewählte Weihnachtsmärkte im Erzgebirgskreis: Eibenstocker Märchenweihnacht vom 29. November bis 1. Dezember; Schwibbogenfest in Johanngeorgenstadt am 14. und 15. Dezember; Schneeberger Weihnachtsmarkt vom 29. November bis zum 22. Dezember mit dem Lichtelfest am zweiten Adventswochenende; Laternenweihnacht in Beierfeld vom 30. November bis zum 1. Dezember; Wiesenthaler Advent in Oberwiesenthal vom 29. November bis zum 24. Dezember; Olbernhauer Weihnachtsmarkt vom 30. November bis 15. Dezember unter anderem mit einer Handwerkerschau im Rittergut der Stadt; Scharfensteiner Adventszauber - Anno 1900 jedes Adventswochenende auf der Burg Scharfenstein; Stollberger Weihnachtsmarkt vom 6. bis 8. Dezember; Bärensteiner Thomas-Markt am 14. und 15. Dezember.



Adventssingen

Eine besondere Veranstaltung in der Adventszeit im Erzgebirge findet am 12. Dezember im Rittergut Olbernhau statt. Dort singen ab 18.30 Uhr unter dem Motto "Großer erzgebirgischer Weihnachtschor" Alt und Jung gemeinsam festliche Weisen. Musikalisch begleitet werden sie vom Musikkorps der Stadt Olbernhau. Diese Veranstaltung feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Es ist die 20. Auflage. Zur Premiere 1999 war die Idee, den größten erzgebirgischen Weihnachtschor auf die Beine zu stellen. Tatsächlich kamen und kommen immer zahlreiche Sangesfreudige in das Rittergut. Ihre Anzahl schwankt von Jahr zu Jahr zwischen 2000 und 3000. Auch 4000 Teilnehmer wurden schon gezählt.

Bereits am 30. November kann auch vor der Kirche Pockau gemeinsam gesungen werden. Dort findet ab 17.30 Uhr ein Adventseinsingen statt.


Mettenschichten

Sie gehört zum Leben der Bergleute dazu wie Eisen und Schlägel - die Mettenschicht. Als solche wird die letzte Schicht vor Weihnachten bezeichnet. Zahlreiche Bergbauvereine haben den alten Brauch aufgegriffen und gestalten heutzutage öffentliche Mettenschichten. Dabei wird sich mehr oder weniger stark an die alte Tradition angelehnt. Wer einmal eine solche Veranstaltung miterlebt hat, wird sie so schnell nicht vergessen. Die öffentlichen Mettenschichten sind begehrt und schnell ausverkauft.

Öffentliche Mettenschichten finden unter anderem im Besucherbergwerk Pferdegöpel inMarienberg am 29. November sowie am 6., 13. und 14. Dezember statt. Beginn ist immer 19 Uhr.

Im "Herkules-Frisch-Glück"-Stolln in Waschleithe werden zwischen dem 29. November und und 27. Dezember insgesamt zwölf Veranstaltungen angeboten. Anmeldungen sind unter Telefon 03774 6625996 möglich. In den Zinnkammern Pöhla werden spezielle Mettenschichten für Kinder angeboten. Dabei ist der Berggeist "Knuffel" zu Gast. Diese finden am 4. Dezember, 9.30 bis 11 Uhr, sowie am 16. Dezember von 13 bis 16 Uhr statt.


Weihnachtskonzerte

Die Advents- und Weihnachtszeit ist auch eine Zeit der Genüsse. Dazu gehören natürlich musikalische wie etwa das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, das am 14. Dezember in der Annaberger Sankt-Annen-Kirche aufgeführt wird.

Bereits am 30. November ist in der Stadthalle Oelsnitz Volksmusikstar Rudy Giovannini mit einem Weihnachtskonzert zu Gast.

"Advent beginnt" heißt das Programm, mit dem die Sängerin Uta Bresan am Sonntag, 1. Advent, ab 16 Uhr in der "Goldnen Sonne" Schneeberg gastiert.

Am 8. Dezember lädt ab 14.30 Uhr das Bergmusikkorps "Frisch Glück" Annaberg-Buchholz/Frohnau an die Weihnachtsmarktbühne in Annaberg ein.

In der Seiffener Bergkirche steht am 13.Dezember, 17 Uhr, die Böhmische Hirtenmesse von Jan Jakub Ryba auf dem Programm.



Stollentag

Der 1. Dezember steht in Annaberg im Zeichen des erzgebirgischen Weihnachtsstollens. 13.15 Uhr schneidet zunächst OB Rolf Schmidt gemeinsam mit dem Annaberger Stollenmädchen den Riesenstollen auf der Marktbühne an. 14 Uhr öffnet der 19. Erzgebirgische Stollentag im Kulturzentrum Erzhammer seine Pforten. Etwa 50 Bäckereien der Region präsentieren dabei ihre Kreationen.

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