Linke fordert Plan für Ärzte und Kliniken

Landratsamt müsse bei Schließung der Psychiatrie in Mittweida handeln

Mittweida.

Vor dem Hintergrund der angekündigten Schließung der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Krankenhaus Mittweida fordern Kreisräte der Linken-Fraktion in einem Antrag an den Kreistag einen Plan des Landkreises für das Gesundheitswesen in Mittelsachsen.

Wie der Mittweidaer Kreisrat Torsten Bachmann (Die Linke) erklärte, sollte dieser Plan dem "Erhalt und der Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen im medizinischen Bereich" dienen, die Situation der Versorgung mit Ärzten und Krankenhausplätzen aufzeigen und künftige Ziele für die medizinische Versorgung definieren. Zur Begründung des Antrags verweist die Fraktion auf die Schließung der Klinikstandorte der kreiseigenen Krankenhausgesellschaft LMK in Frankenberg und Rochlitz sowie Probleme bei der Versorgung im ländlichen Raum. Die seien auch in dem im Januar veröffentlichten Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) für Mittelsachsen beschrieben, nach dem 59 Zulassungsmöglichkeiten für Ärzte im Landkreis ausgewiesen sind.

Der Landkreis soll nun mit der Strategie auch über die Planung der KVS hinaus den Bedarf an Medizinern in den Kommunen ermitteln. Berücksichtigen soll der Plan auch die Besetzung von Pfleger-Stellen und bei medizinischem Fachpersonal. Der Antrag sieht laut Fraktionschef Gottfried Jubelt die Erstellung des Plans bis 30. Juni 2021 vor und soll zuerst im Verwaltungsausschuss im November und abschließend im Dezember im Kreistag beraten werden. Das Landratsamt äußerte sich auf Nachfrage nicht zu dem Vorschlag, bestätigte lediglich den Eingang des Antrags. Bisher gibt es im Kreis nur einen Plan für den Bereich Psychiatrie, der gesetzlich gefordert wird und ambulante sowie stationäre Versorgung beschreibt.

Dabei hat der Kreis nur recht geringen Einfluss auf die Krankenhauslandschaft in Mittelsachsen, obwohl er Gesellschafter des Kreiskrankenhauses Freiberg und der Krankenhausgesellschaft Mittweida ist. Über die stationären Versorgungskapazitäten in Krankenhäusern entscheidet der Freistaat. So wird im Krankenhausplan, der vom sächsischen Kabinett im Zwei-Jahres-Rhythmus verabschiedet wird, festgelegt, welche Fachabteilungen in Kliniken mit welcher Bettenanzahl vorgehalten werden sollen. Die Bedarfsplanung für niedergelassene Ärzte liegt in der Hand der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie steuert deren Verteilung. Über ein Stipendien-Programm versucht der Kreis seit diesem Jahr, Mediziner für Praxen und Kliniken zu gewinnen. (jan)

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