Maisernte im Minus - Verluste von bis zu 40 Prozent

Das Gras soll es richten. Die geplagten Landwirte hoffen nach der Dürre nun beim Tierfutter auf einen Grünschnitt im Herbst.

Leubsdorf/Augustusburg.

Zu früh und zu wenig - so lauten die Ergebnisse der diesjährigen Maisernte in der Region. Die krasse Trockenheit der vergangenen Wochen hat zu Verlusten von bis zu 40 Prozent geführt.

"Wir haben weniger Mais geerntet als sonst", sagt Thomas Wirth. "Aber zum Glück fiel es nicht so katastrophal aus wie anderswo." Was die Ursache für die Unterschiede von Feld zu Feld ist, kann der Landwirt und Geschäftsführer der Agro-Produkt Leubsdorf nicht mit Bestimmtheit sagen. "Man kann da bei der Aussaattechnik schon dies und das machen. Aber vielleicht waren es am Ende auch nur die fünf Liter Regen, die während der kritischen Phase einfach gefallen sind oder nicht", sagt Wirth.

Ganz fertig ist sein Unternehmen noch nicht mit der diesjährigen Maisernte. Der Landwirt schätzt aber die Verluste beim Mais schon jetzt auf 15 bis 20 Prozent. "Wir hoffen, dass wir mit dem Rest über den Winter kommen." Dafür müssten aber alle Register gezogen werden. Damit ist zum Beispiel auch die neue Aussaat von Gras auf über 100Hektar gemeint, auf der jetzt die Hoffnungen ruhen. "Möglicherweise können wir das im Oktober schneiden. Dafür darf es aber jetzt nicht wieder zwei Wochen trocken bleiben. Sonst ist erneut alles braun", sagt Thomas Wirth.

Laut der Internetpräsenz werden von der Agro-Produkt über 1400 Hektar Nutzfläche bewirtschaftet, verteilt auf die Gemarkungen Augustusburg, Borstendorf, Breitenau, Eppendorf, Grünberg, Hohenfichte, Leubsdorf und Metzdorf.

Ungefähr 40 Prozent weniger Mais hat die Agrargenossenschaft Marbach in diesem Jahr geerntet. "Wir haben die Ernte inzwischen abgeschlossen", sagt Uwe Matthes, Vorsitzender der Agrargenossenschaft. "Im Moment bereiten wir die Herbstbestellung vor, also fahren Gülle und bearbeiten den Boden", erklärt der Landwirt. Auch er hofft auf einen Grasschnitt, der die Lage entspannt, Ende September oder im Oktober. Die Maismenge konnte Matthes durch Zukäufe noch von 40 auf 60 Prozent des üblicherweise eingelagerten Futters erhöhen.

Die Maisernte haben Matthes und seine Mitarbeiter seit August eingefahren. "Das war das erste Mal, dass wir so früh damit angefangen haben", sagt er. Normalerweise würde die Ernte, abhängig vom Wassergehalt der Pflanze und vom Reifestand der Kolben, erst Ende September beginnen. "Es liegt an der Trockenheit, dass die Pflanzen ihr Wachstum eingestellt haben", so Uwe Matthes. Weiterer Regen hätte nichts mehr gebracht, da die Pflanzen bereits abgestorben waren.

Um weitere Ertragsverluste zu vermeiden - "als nächstes würden die Kolben abbrechen oder die Maispflanzen umfallen" - wurde der Häcksler schnellstens auf die Schellenberger Flur unterhalb von Schloss Augustusburg über die ersten Maisfelder geschickt. Inzwischen sind die kompletten 100Hektar Maisfelder der Agrargenossenschaft Marbach abgeerntet.

"Die Felder waren in diesem Jahr in einem uneinheitlichen Zustand", hat Uwe Matthes festgestellt. "In mancher Senke hielt sich die Feuchtigkeit, auf Kappen dagegen wuchs fast nichts mehr. "Die Maispflanze wird bei uns zu Silage verarbeitet und ausschließlich zum Füttern der Milchkühe verwendet. Das Problem ist nun, dass wir zwar mit der Maissilage dieser Ernte über den Winter, aber definitiv nicht bis zur nächsten Ernte hinkommen", sagt der Landwirt.

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