"Man kann nicht überall Burgfeste anbieten"

Burgen-Verwalterin Susanne Tiesler will Profile in Kriebstein und Leisnig schärfen

Kriebstein.

Zur Burg Kriebstein sind in den Sommerferien deutlich mehr Besucher als 2017 gekommen. Das Museum profitiert von besseren Bedingungen im Umfeld, wie Susanne Tiesler im Gespräch mit Jan Leißner erklärte. Auch ihre erste Bilanz als Verwaltungschefin der Gemäuer Kriebstein und Leisnig nach mehr als einem Jahr im Amt fällt positiv aus.

Freie Presse: Abgesehen von Bädern dürften in den Ferien Freizeiteinrichtungen bei der Hitze unter Besucherschwund gelitten haben. Trifft das auch auf die Burg Kriebstein zu?

Susanne Tiesler: Es war sehr heiß, aber die Gäste sind trotzdem gekommen. Wir hatten in den sechs Ferienwochen 12.054 Besucher. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es 9916.

Haben Sie dafür eine Erklärung?

Eine Rolle spielt, dass die Veranstaltung "Burg der Märchen" in die Ferienzeit gefallen ist und allein dazu 3826 Gäste gekommen waren, etwa 1850 mehr als 2017. Grundsätzlich spürt man, dass die Zufahrt zur Burg wieder offen ist, nachdem 2017 die Kreisstraße noch voll gesperrt war. Und wir profitieren von der Lage an der Talsperre. Viele Gäste haben bei dem guten Wetter nicht nur die Theatervorstellungen auf der Seebühne besucht, sondern das mit dem Besuch auf der Burg verbunden.

Bei der Bilanz sollte Ihnen der Job der Verwaltungschefin von den Burgen Kriebstein und Mildenstein Freude bereiten. Wie fällt Ihre Bilanz nach mehr als einem Jahr in dem Amt aus?

Ja, ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit und freue mich über den Besucherzuwachs gerade in Kriebstein. Aber es gibt auch noch viel zu tun. Wir wollen die Profile der beiden Einrichtungen in Kriebstein und Leisnig schärfen. Das ist ein langfristiges Projekt.

Was bedeutet das?

Wir wollen die Angebote verstärken, die spezifisch für die beiden Burgen sind, so auf Mildenstein die Museumspädagogik. Auch Veranstaltungen wollen wir jeweils an einem Standort konzentrieren und damit an die Besuchernachfrage und Personalausstattung auf den Burgen anpassen. So wird es im nächsten Jahr nur noch ein mittelalterliches Burgfest geben, diesmal in Leisnig und erst im Folgejahr wieder in Kriebstein.

Mangelt es an Personal?

Es gibt nur noch eine Stelle der Veranstaltungsmanagerin, die nun für beide Burgen zuständig ist. Da muss man reagieren. Aber das ist auch eine Chance, das Profil der Einrichtungen zu schärfen. Man kann auch nicht mehr jedes Wochenende überall Burgfeste oder Mittelaltermärkte anbieten. Es tritt hier langsam eine Sättigung ein. Und die Konzentration schafft Freiraum für andere Dinge, wie das Geschäft mit der Vermietung von Räumen auf den Burgen für Feiern und Hochzeiten. Auf beiden Burgen sind derzeit insgesamt 13 festangestellte Beschäftigte tätig, plus Saisonkräfte.

Was haben Sie bisher verändert?

Es wäre fatal, alles zu verändern. Ich habe das bisher eher als Testjahr gesehen und gehe sensibel an Veränderungen heran. So haben wir zum Beispiel die Vermietungspreise für die Räume der Burgen analysiert und strukturell vereinheitlicht.

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