Mehr Grün für den Hochwasserschutz in Flöha

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, gehört sich eigentlich nicht. Die "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Mario Lukas, der mit Jute und Grassamen am Deich der Flöha werkelt, weil die Bepflanzung im Sommer vertrocknete.

Freie Presse: Was machen Sie denn da?

Mario Lukas: Ich kümmere mich zusammen mit einem Kollegen um die Grünfläche auf dem Hochwasserschutzdeich an der Flöha. Gerade sind wir in den letzten Zügen der Arbeit unterhalb der Kirchenbrücke in Flöha.

Wie genau sehen Ihre Arbeiten aus?

Wir legen auf der kahlen Erde zuerst eine Netzmatte aus Jute aus, die dann mit U-Bügeln im Boden befestigt wird. Dann wird eine sogenannte Nassansaat aufgebracht. Die Grassamen werden in unserem Tankwagen ´befeuchtet und kommen dann auf die Erde.

Wieso muss das Saatgut nass sein?

Der Grund für die Nassansaat ist recht einfach: Weil dann das Gras besser wachsen kann, die Samen entwickeln sich einfach besser und schneller. Außerdem sind die nassen Samen besser vor dem Austrocknen geschützt.

Welche Rolle spielt die Matte dabei?

Die Matte sorgt dafür, dass das Gras stabiler wachsen kann und die Saat nicht wegrutscht oder durch Regen weggespült wird. Sie ist also ein Hilfsmittel für den Erosionsschutz, damit die Böschung nicht abrutscht. Die Matte bleibt aber nicht dauerhaft liegen. Jute ist ein Naturstoff, der mit der Zeit verrottet. In zwei bis drei Jahren wird von der Matte also nichts mehr übrig sein - ebenso wenig wie von den Bügeln, mit denen sie befestigt ist. Auch sie verrotten nach und nach.

Wieso ist diese Arbeit so wichtig?

Das Grün auf dem kleinen Deich dient dem Hochwasserschutz. Bisher ist es leider verkommen und nicht wie gewünscht gewachsen - insbesondere wegen der Trockenheit. Hinzu kam, dass an einigen Stellen das Gras beschädigt war, weil der Deich unerlaubt betreten oder mit dem Fahrrad befahren wurde. Das war unterhalb der Kirchenbrücke der Fall. Daher müssen wir nun eine neue Grünfläche herstellen, die hoffentlich besser wächst und nicht zerstört wird.

Wer hat die Arbeit in Auftrag gegeben?

Auftraggeber für die Arbeiten ist die sächsische Landestalsperrenverwaltung. Unsere Firma, City Forest aus Radeburg, setzt die Arbeiten um. Finanziert werden die Arbeiten mit Geld aus dem Haushalt des Freistaates Sachsen. Investiert wurden für die gesamten Arbeiten in verschiedenen Bereichen an der Flöha, auch oberhalb der Kirchenbrücke in Flöha, etwa 3500 Euro.

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