Mit 500 Deckeln kann eine Impfung bezahlt werden

Einer ungewöhnlichen Sammelaktion hat sich ein Reisefachmann aus Flöha angeschlossen: Er will in Ländern helfen, wo seine Kunden Gäste sind.

Flöha.

Bunte Getränkedeckel zieren die Arbeitsplätze im ABC-Reisebüro. Die Flöhaer haben sich dem bundesweiten Spendenprojekt "Deckel drauf" angeschlossen. Dabei werden Schraubverschlüsse gesammelt, der Erlös fließt in die Finanzierung von Impfungen gegen die Krankheit Kinderlähmung.

"Wir sind im Frühjahr gestartet und überrascht und sehr erfreut, über welche Ernte wir nun im Herbst verfügen dürfen", zeigt sich Inhaber Gerd Pilz vom zwischenzeitlichen Sammelergebnis angetan. "Wir haben jetzt die 100-Kilogramm-Marke übertroffen. Eine beachtliche Menge, wenn man bedenkt, dass eins der Kunststoffteile gerade Mal ein Gramm wiegt."

Der Reiseverkehrsfachmann war zu Beginn des Jahres auf die Idee eines Nürnberger Vereins gestoßen, die von Ehrenfriedersdorfer und Thumer Sammlern auch ins Erzgebirge getragen wurde. Und so machte er sich mit Mitarbeiterin Susann Mai daran, nicht nur im eigenen Geschäft und Haushalt Schraubverschlüsse zu sammeln, sondern kontaktierte Einrichtungen, in denen mit einem hohem Aufkommen zu rechnen ist.

"Unterdessen zählen die Kinder der Oberschule Flöha-Plaue, die Kindertagesstätten "Baumwollzwerge" Flöha, "Falkennest" Falkenau und "Buddelflink" Erdmannsdorf zu den fleißigen Spendern. Die Gruppen und Klassen, aber auch Eltern sind im Sammelfieber. "Es ist unglaublich. Aber die vier Zentimeter großen Verschraubungen der Getränkeflaschen und -kartons sind zu wertvoll, als sie im Schredder des Supermarktes mit zerkleinern zu lassen. Sie sind aus hochwertigen Kunststoffen wie HDPE und PP. Diesen Rohstoff gilt es zu sammeln, statt zu entsorgen. Denn das Material wird wieder verarbeitet." Geeignet sind Deckel von Milch-, Saft-, aber auch Sekt-Flaschen.

Für Gerd Pilz ist die Initiative eine berufliche Herzenssache: "Wir helfen in jenen Ländern, wo unsere Kunden Gäste sind." Mit dem Erlös aus der Flöhaer Sammlung könnten 100 Impfungen bezahlt werden, sagt Pilz. "500 Deckel ergeben etwa ein Impfung."

Die im August 2014 in Bayern gestartete Aktion "Deckel gegen Polio" wird von weltweit operierenden Stiftungen unterstützt, so etwa der Bill & Melinda Gates Stiftung. Die Sponsoren steuern für jeden gesammelten Deckel einen finanziellen Betrag bei, um noch schlagkräftiger gegen die Krankheit auftreten zu können. Laut Vereinsangaben soll die Zahl der bislang finanzierten Schluckimpfungen weit über einer Million liegen. Die Flöhaer Reisefachleute werden weiter die Deckel im Geschäft an der Augustusburger Straße entgegennehmen.

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