Mit dem Katapult in die Baumkrone

Die B 173 in Flöha ist noch bis morgen halbseitig gesperrt. Das hat auch mit einem echten Männerspielzeug zu tun.

Flöha.

Einige Autofahrer werden gestern Vormittag einfach nur noch mit den Augen gerollt haben. Wieder eine neue Baustellenampel in Flöha, wieder längere Wartezeiten auf der B 173. Unweit der Fußgängerampel zum Lärchental ist die Bundesstraße derzeit halbseitig gesperrt. Grund dafür sind Baumfäll- und Ausästungsarbeiten an einem Hanggrundstück neben der Straße.

Noch bis morgen werden die Arbeiten andauern, die Sperrung wird dabei nur zwischen 7.45 und 16 Uhr erfolgen, wie Mike Kunze vom ausführenden Dienstleistungsservice sagte. "Der frühe und der etwas spätere Berufsverkehr sind davon also nicht betroffen", so Kunze weiter. Er erklärte, dass der Eigentümer des Grundstückes die Arbeiten in Auftrag gegeben hat, um die Sicherheit auf der Bundesstraße zu gewährleisten: "Äste hingen über der Straße, dazu müssen drei kranke Bäume gefällt werden." Zudem würden noch bis morgen Schachtarbeiten durchgeführt.

Für die Arbeiten in der Krone eines großen Laubbaumes war dabei Lars Heinze verantwortlich. Der Grünberger arbeitet als Baumsteiger und kümmert sich Baumfällungen, Kronenschnitt und Seilklettertechnik. Und genau damit stand Heinze gestern vor einer besonderen Herausforderung. Weil der Baum, dessen Krone er beschneiden wollte, weder mit einer Hebebühne zu erreichen noch mit einer Leiter zu besteigen war, griff er zu einer außergewöhnlichen Methode. Mit einem Katapult schoss der Baumsteiger ein Seil, an welchem er später nach oben klettern konnte, in die Krone des Baumes.

"Dabei hängt am Ende des Seils ein kleiner Sack, der mit Metallgranulat gefüllt ist", erklärte Lars Heinze. "Um den in die Baumkrone zu bekommen, brauche ich ein großes Katapult." Bedienen darf das allerdings nicht jeder, betonte der Fachmann. "Ich habe eine Bescheinigung, dass ich mit diesem Gerät arbeiten darf, und auch lange geübt, um damit umgehen zu können", sagt Heinze. Denn obwohl alles nach großem Spaß mit einem echten Männerspielzeug aussieht, ist das Schießen mit dem überdimensionalen Katapult alles andere als einfach. Auch Experte Heinze brauchte am gestrigen Morgen zwei Versuche, um den richtigen Ast zu treffen.

Neidische Blicke ernte er übrigens jedes Mal, wenn er mit dem Katapult arbeitet, sagt der Baumsteiger. "Und das nicht nur von kleinen Jungs, die gern mal mit dem Katapult schießen würden. Es sind vor allem gestandene Männer, die das gern mal ausprobieren würden", so der Grünberger. Dürfen sie aber nicht, denn für das Riesenkatapult braucht man tatsächlich eine Art Waffenschein.

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