Mit Pylon, Bogen oder Welle: Wie könnte die Brücke aussehen?

Die Fußgängerverbindung zwischen Niederwiesa und Braunsdorf muss erneuert werden. Für die Gestaltung gibt es einen Favoriten.

Niederwiesa.

Die Gemeinde Niederwiesa will beim Brückenneubau Gas geben: Schon in der Gemeinderatssitzung am 20. Mai wäre ein Grundsatzbeschluss zur künftigen Fußgängerbrücke zwischen Inselsteig in Braunsdorf und Mühlenstraße in Niederwiesa möglich. So die Empfehlung des Hauptausschusses, der die Entwürfe gesehen hat. Die beauftragte Ingenieurbaufirma CIC aus Chemnitz hat drei Varianten vorgestellt: eine Pylon-, eine Rundbogen- und eine geschwungene Brücke, alle mit Stahl als Grundstoff.

Die 2002 erbaute Holzbrücke über die Zschopau, die nicht nur für Fußgänger, sondern auch als Rettungsweg Bedeutung hat, ist durch Pilze, Moose und Feuchtigkeit massiv geschädigt, fasste Ingenieur Daniel Tischer vom Planungsbüro CIC die Ergebnisse der Bauwerksprüfung von 2017 zusammen. Die Schäden seien durch die Nähe zum Wasser, aber auch durch mangelnde Unterhaltung bedingt. So sorge aufliegendes Laub für Feuchtigkeit. "Ist der Pilz einmal in die Substanz eingedrungen, ist das Holz auch durch Abschleifen oder Behandeln nicht mehr zu retten", erklärte er. Nur die Widerlager und Pfeiler seien in einem guten Zustand - die Verkehrssicherheit und Standsicherheit wurden aber als erheblich beeinträchtigt eingestuft. Gesamtnote: 3,5. Die nächste Prüfung steht 2020 an.


Der Hauptausschuss tendiert seit 2018 zu Neubau statt Instandsetzung, da auch sie die Gemeinde teuer zu stehen kommen würde. Laut CIC wären 550.000 Euro für eine Sanierung einzuplanen, für einen Ersatzneubau 750.000 Euro. Über einen Unterhaltungszeitraum von 40Jahren wäre bei einer Holzbrücke von rund 725.000 Euro für Bewuchsentfernung, Beschichtung und Reparaturen auszugehen, während die Instandhaltung einer Stahlbetonbrücke mit rund 300.000 auskäme. Unterm Strich wäre der Neubau somit langfristig 225.000 Euro billiger.

Die Baukosten sind abhängig von Bauweise, Gestaltung und Material. Die drei Varianten der Firma CIC liegen zwischen 736.000 und 875.000Euro. Am günstigsten wäre Variante zwei mit Stahlbetonüberbau, Bogentragwerk und einer Bahn aus Spannbeton. "Die Brücke könnte man schön machen, indem man etwa die Beleuchtung im Handlauf unterbringt", so Tischer. Je nach Belag - zur Auswahl stehen Kunststoff, Metall oder der deutlich teurere glasfaserverstärkte Kunststoff - schlägt Variante drei, eine geschwungene Brücke mit Stahlüberbau, mit etwa 751.000 bis 852.000 Euro zu Buche. Mit rund 773.000 bis 875.000 Euro käme eine Pylonbrücke mit Seiltragwerk Niederwiesa am teuersten, Variante eins sei dafür eine "schicke Sache", so Tischer.

Aktuell werden Brückenbauten zu 90 Prozent gefördert, betonte Bürgermeisterin Ilona Meier (parteilos). Dazu müsse der Antrag samt Genehmigungsplanung im August vorliegen. "Generell stellt sich die Frage, ob wir die Eigenmittel in den nächsten Haushalt einstellen können", mahnte Kämmerer Mirko Ott. Der Hauptausschuss favorisierte Variante zwei. Im Gemeinderat soll die Präsentation der CIC wiederholt werden. Eine Vorabveröffentlichung der Entwürfe lehnt die Gemeinde ab.

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