Mit Widderkopf, Triskele und Kreuz

Der Augustusburger Heiner Hoffmann hat einen jahrtausendealten Baumstamm bearbeitet - mit keltischen Symbolen.

Heiner Hoffmann und seine Moor-eiche.

Von Claudia Dohle

Lauter keltische Symbole zieren den Stamm einer alten Mooreiche, die zu Hause bei Heiner Hoffmann in Augustusburg steht. "Das ist eine 3500 bis 4000 Jahre alte Mooreiche", so der Bildhauer.

"Ich habe diesen Stamm von einem Bekannten bekommen", sagt der 61-Jährige. Wo der Stamm gefunden wurde, weiß er nicht. "Ich habe zuvor schon mit kleineren Stücken aus Mooreiche gearbeitet, die aus einem Hochmoor im Schwarzwald stammen. Zu DDR-Zeiten hat man diese alten Eichen manchmal beim Braunkohleabbau gefunden. Die Gerbsäure der Eiche reagiert mit dem Moorwasser. Dadurch entsteht die Schwarzfärbung. Die Stämme sind durch die viele Jahrhunderte oder Jahrtausende lange Lagerung im Moor unverwüstlich geworden", so Heiner Hoffmann. Dieser Prozess der Gerbstoffreaktion funktioniere auch nur bei Eichen, so Hoffmann. "Andere Bäume würden einfach verfaulen."

In den letzten Monaten hat Heiner Hoffmann immer mal wieder an diesem zwei Meter hohen und 40Zentimeter dicken Stamm gearbeitet. Entstanden sind mehrere keltische Symbole wie Triskele, unendliche Knoten, ein Widderkopf mit zwei original eingearbeiteten Fuchszähnen, ein keltisches Kreuz und Augen, die allesamt symbolisch verschiedene Bedeutungen haben. Sie stehen für Kreisläufe, für die Fruchtbarkeit, für Leben und Tod oder sollen böse Blicke zurückspiegeln, wie im Falle des Auges.

"Die Einfälle zu den einzelnen Symbolen sind mir zwischendurch gekommen, wenn ich beispielsweise überlegt habe, wie ich einen Vorsprung im Stamm nutzen könnte", sagt der Bildhauer, der sein Werk nun vollendet hat.

"Das Holz der Mooreiche ist durch die Jahrtausende knochenhart geworden, dass sie wie verkieselt ist", sagt Heiner Hoffmann. Allein beim Geradesägen des Stammes hätte er deswegen zwei Ketten einer Kettensäge verschlissen. Man könne Mooreiche ohne Weiteres ins Freie stellen. "Da passiert nichts mehr. Die Eiche lag so lange im Wasser - da macht ihr der Regen auch nichts mehr aus."

An solche alten Stämme, wie er ihn jetzt bearbeitet hat, komme man nur sehr selten. Die Stücke seien sehr hochpreisig. 2500 Euro müsse man für einen so alten Stamm schon hinlegen, erzählt Hoffmann.

"Wenn ich Platz dafür hätte, würde ich ihn selber aufstellen", sagt Heiner Hoffmann. Allerdings müsse man als Künstler ja auch von etwas leben. Er möchte sich nun doch von dem Stück trennen. In seinem Holzkunstgeschäft "Hennings Welt" auf dem Augustusburger Markt, das freitags, samstags und sonntags, 13 bis 17Uhr geöffnet hat, kann er derzeit nur Fotos von der Skulptur zeigen. "Ich denke, der Stamm hat um die sechs Zentner gewogen. Wir haben ihn mit fünf Mann aufgestellt, weil er so schwer war." Interessierten Kunden will er die Skulptur aber auch in natura zeigen.

0Kommentare Kommentar schreiben