Mittelsachsen lockert Corona-Regeln ab Mittwoch

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Trotz Click & Collect protestieren Händler in Freiberg und Mittweida. Der Landrat kündigt indes an, die nächtliche Ausgangssperre und die 15-Kilometer-Regel aufzuheben.

Freiberg/Mittweida.

Ab spätestens Mittwoch soll es in Mittelsachsen keine nächtliche Ausgangssperre und keine 15-Kilometer-Regel mehr geben. Diese Lockerung der Coronavorschriften kündigte Landrat Matthias Damm (CDU) am Montag in Freiberg an. Spätestens Mittwoch trete eine neue Allgemeinverfügung im Landkreis in Kraft. Dies sei möglich, weil die 7-Tage-Inzidenz in Mittelsachsen am Montag den fünften Tag in Folge unter 100 lag. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt bereits seit 2. Februar unter 100.

Anlass für Damms Statement war ein Rundgang zu Einzelhändlern und Unternehmern in der Innenstadt, die mit der Aktion "Wir machen auf...merksam" erneut auf ihre wirtschaftlich angespannte Lage hinwiesen und um Unterstützung baten. Die Geschäftsinhaber bekommen vom Land nur einen Teil ihrer Fixkosten zurück, zu denen auch die Miete gehört. Ihre Mitarbeiter erhalten Kurzarbeitergeld, aber die Inhaber gehen oft an ihre finanziellen Reserven für die Rente, um über die Runden zu kommen. Darauf wiesen die Gewerbetreibenden im Gespräch mit Damm hin.

"In mir haben Sie einen Fürsprecher", sagte er. Über den Landkreistag habe er sich stark gemacht, dass Supermärkte keine innenstadtrelevanten Waren wie Kochtöpfe verkaufen dürfen. "Allerdings hatten wir damit keinen Erfolg", so Damm. Seiner Ansicht nach punkten die Einzelhändler mit guten Hygienekonzepten. Zugleich appellierte der Landrat, Hygienevorschriften zu beachten, um das Erreichte nicht zu gefährden. Damm unterzeichnete ebenso wie Freibergs OB Sven Krüger (parteilos) einen Brandbrief an Regierungschef Michael Kretschmer (CDU), in dem der Kreisverband des Städte- und Gemeindetages eine baldige Lösung für den angeschlagenen Einzelhandel fordert.

Sobald der Wert wieder über 100 steigt, muss der Landkreis die Aufhebung allerdings wieder zurücknehmen. Der Kreis will informieren, wenn die neue Allgemeinverfügungen veröffentlicht worden ist. Derzeit gilt ein Ausgangsverbot von 22 bis 6 Uhr. Nur in Notfällen, zur Versorgung anderer Menschen und von Tieren, aus beruflichen Gründen oder um hilfsbedürftige Menschen zu betreuen, darf man in dieser Zeit das Haus verlassen. Zudem darf sich ein Mittelsachse derzeit nur in einem Radius von 15 Kilometern von seinem Wohnort entfernen.

Den Mittweidaer Händlern, die seit Wochen bei montäglichen Demonstrationen auf ihre prekäre Lage in der Coronapandemie aufmerksam machen, hilft die Ankündigung nicht weiter. Auch wenn seit dieser Woche sächsische Händler ihre Waren zum Abholen anbieten dürfen, fehlt vielen die Perspektive. Am Montagvormittag standen sie erneut auf dem Mittweidaer Markt. Auch die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann und die Landtagsabgeordnete Iris Firmenich (beide CDU) waren diesmal vor Ort, um die Fragen der Händler zu beantworten. "Es wurde viel geredet aber nichts gesagt", sagte Melanie Otto, die eine Blumenboutique in Mittweida hat. (mit sapf)

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