Motorradsportler gedenken ihrem Helden

Zum 55. Todestag von Ewald Kluge erweist das Schloss Augustusburg dem Rennfahrer eine besondere Ehre. Die geht über die Ausstellung hinaus.

Augustusburg.

Rennsportlegenden der Zschopauer Motorradgeschichte ist die aktuelle Sonderausstellung im Schloss Augustusburg gewidmet. Neben den zur Schau gestellten ungezählten Zeitdokumenten, Ausrüstungsteilen, persönlichen Erinnerungsstücken und Siegertrophäen planen die Initiatoren jetzt auch eine kleine Gedenkstunde: Am Montag soll an Ewald Kluge erinnert werden, dessen Todestag sich zum 55. Mal jährt.

Kluge zählte in den 1930/40er- Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrern. "Für die DKW-Familie hat der gebürtige Dresdener ungezählte Erfolge eingefahren. Herausragend dabei der Sieg von Ewald Kluge 1938 bei der auf der Isle of Man ausgetragenen Tourist Trophy, dem seinerzeit schwersten Motorradrennen der Welt", sagt Lutz Langer, der akribisch die Biografie des später in Chemnitz lebenden Familienvaters aufgearbeitet hat. "Ewald Kluge sicherte sich von 1936 bis 1939 die Deutsche Meisterschaft und wurde 1938 und 1939 Europameister. Mit seinem Namen verbindet sich beispielsweise auch das Modell der DKW RM 350, die durch ihren Klang den Spitznamen singende Säge verliehen bekam."

Langer weiß auch um das harte Schicksal Kluges: "Der damals 37-Jährige wurde im März 1946 von der sowjetischen Geheimpolizei in Chemnitz-Siegmar verhaftet und später über die Station Mühlberg/Elbe in ein Straflager am Schwarzen Meer verbracht." Kluge sei denunziert worden. So habe man ihm vor allem seine Mitgliedschaft im nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps angelastet. "Im Frühjahr 1949 wurde er nach Chemnitz entlassen. Doch angesichts der Erfahrungen entschloss er sich, nach Ingolstadt überzusiedeln", so Langer.

Kluge fand schnell in den Sport zurück. "Schon 1950/51 saß er wieder auf dem Bock, fuhr 1952 das Schleizer Dreieckrennen und natürlich das Sachsenringrennen Hohenstein-Ernstthal für den Zschopauer Rennstall mit." Ein schwerer Sturz auf dem Nürburgring beendete 1953 jäh und endgültig die Karriere. Kluge zog sich eine schwere Beinverletzung zu. Später im Unternehmen Auto Union arbeitend, starb Kluge im August 1964 an den Folgen eines Krebsleidens.

Lutz Langer hat seit geraumer Zeit Kontakt zur Familie des Rennfahrers und weiß um dessen Werdegang. "Nach erfolgloser Lehrstellensuche hat ihn ein Handelsvertreter als Wagenwäscher beschäftigt. Der verhalf ihm auch dazu, eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker zu absolvieren." 1929 sei Ewald Kluge mit der Teilnahme am Freiberger Dreiecksrennen in seine so erfolgreiche Laufbahn gestartet. 1934 sei DKW Zschopau schließlich auf den jungen Mann aufmerksam geworden und habe ihn als Reservefahrer gewonnen. "Ein Jahr später wurde er dann als vollwertiges Mitglied des DKW-Werksteams aufgenommen", berichtet Lutz Langer.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...