Musicalgruppe will nach kurzer Pause wieder durchstarten

Seit elf Jahren vertritt das Ensemble das Genre in Zschopau. Die Gruppe kämpfte mit Mitgliederschwund, nimmt nun aber wieder Fahrt auf.

Zschopau.

Die gute Nachricht: Es geht weiter mit der Zschopauer Musicalgruppe. Unter neuer Leitung, mit einem Teil der alten Crew. Weiter im Team sind Solistin Jennifer Tiltack und Musical-Urgestein Toni Haase - er ist seit der Gründung 2005 dabei. Die musikalische und künstlerische Leitung übernimmt Luise Herzel.

Die Grundschullehrerin aus Schlößchen ist überzeugt von dem Projekt. "Es muss unbedingt weitergehen mit der Musicalgruppe - also mache ich es." Im Juni hatte das Ensemble sein vorläufiges Abschiedskonzert vor dem Rathaus gegeben. Die Gruppe, die größtenteils aus Schülern besteht, steht jedes Jahr aufs Neue vor einer Bewährungsprobe, wenn Mitglieder nach dem Schulabschluss in eine andere Stadt ziehen.

In diesem Sommer gingen gleich sechs der 14 Mitglieder. Unter ihnen auch Richard Stöckel, bis dahin musikalischer Leiter. Luise Herzel ist deshalb auf der Suche nach neuen Talenten. Die können gern ganz jung sein: "Wir suchen Kinder ab Klasse 5, die uns dann auch ein paar Jahre erhalten bleiben." Es seien aber auch Ältere willkommen, Herzel möchte keine Altersgrenze setzen. Fürs erste läuft das Projekt bis Dezember: Dann ist ein Programm zum Jahresabschluss geplant. Aber sie denkt schon weiter: Zu Zschopaus 725-Jahr-Feier im kommenden Jahr kann sie sich eine Aufführung vorstellen. Wo also bleibt die schlechte Nachricht? Auf eine feste Spielstätte, in der sie auch proben können, hofft Luise Herzel nicht mehr. Das hatte die mittlerweile abgerissene Kulturfabrik an der Waldkirchener Straße geboten. Tragisch findet das die 27-Jährige aber nicht. Überhaupt: Sie wolle nach vorn schauen, alte Streitigkeiten ruhen lassen. Von denen gab es genügend. "Eigentlich war immer irgendetwas", erinnert sich Luise Herzel, die auch das Zschopauer Gymnasium besucht hat, an dem die Gruppe gegründet wurde. Nach Unstimmigkeiten mit der Schulleitung hatte sich die Gruppe im Jahr 2013 der Interessengemeinschaft (IG) Zschopau angeschlossen. Im gleichen Jahr bezogen die jungen Leute die "Kulturhalle", eine ehemalige Bauhalle. Dass man dort nicht auf Dauer unterkommen konnte, sei von Anfang an klar gewesen, so Niels Sigmund, Vorsitzender der IG Zschopau. Das Gebäude, das dem Internationalen Bund gehört, sei quasi abrissreif gewesen. Die hohe Resonanz auf die Veranstaltungen in der Kulturfabrik hatte innerhalb von zwei Jahren insgesamt 4000 Gäste angezogen. Das habe gezeigt, so Niels Sigmund, dass es in Zschopau Bedarf für einen derartigen Veranstaltungsraum gebe. Mehrere Orte waren dafür im Gespräch, aber das alte Arbeitsamt und das Billardcafé im ehemaligen MZ-Werk sind aus dem Rennen. Im Stadtrat wird über einen Neubau auf der Brachfläche an den Anlagen beraten.

Die Musicalgruppe hat derweil zumindest einen Proberaum gefunden: in einer ehemaligen Bäckerei. Und dort freut sich Luise Herzel am Freitag auf alle Sing- und Tanzwilligen zur Schnupperstunde.

Zum ersten Workshop der Zschopauer Musicalgruppe sind morgen Interessenten eingeladen: Er findet in der Zeit von 14.30 bis 16 Uhr in der Greßlerstraße 1 in Zschopau statt.

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