Nähmaschine rattert nun den ganzen Tag

Freiberg.

Auszeit ist ein Wort, das Erika Wittig kaum kennt. 28 Jahre lang hat die heute 72-Jährige die Landfrauengruppe innerhalb der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft geleitet. Ein Amt, das sie zwar kürzlich an eine Nachfolgerin abgegeben hat, doch weniger engagiert ist Erika Wittig deswegen nicht. Die Corona-Pandemie schien auch sie erst einmal auszubremsen. Die Tätigkeiten bei den Landfrauen ruhen, ebenso ihre Mitarbeit in einem Chor. Aus der Zeitung erfuhr Erika Wittig von Menschen, die jetzt damit beschäftigt sind, Mundschutzmasken zu fertigen. "Da ich in meiner Jugend Damenmaßschneiderin gelernt habe, war das für mich eine tolle Idee", sagt sie. Seit einer Woche sitzt sie nun zu Hause an ihrer Nähmaschine und näht eine Gesichtsmaske nach der anderen. Um die hundert Stück hat sie schon fertig. Einen großen Teil davon übergab sie an die Freiberger Stadtverwaltung, ohne dafür eine Bezahlung zu nehmen. "Ich bin nicht die einzige, die das macht", sagt sie. "Petra Völker von den Landfrauen ist dabei, und kürzlich stieß Gabi Steinbach dazu." Ob mit Falten, mehrlagig oder passend für Nase und Mund, mit Bändern oder Gummizug, bunt oder einfarbig, die Palette ist breit. Die dafür nötige Baumwolle bekommt sie von Freunden und Bekannten, nachdem sie zuerst ihre eigenen Vorräte wie ungenutzte Tischdecken oder Laken verarbeitet hat. Über soziale Medien verbreitete sich ihre Aktivität schnell. Eine Pflegerin aus Radeburg bekam von ihr ebenso schon ein Päckchen wie eine Familie in Magdeburg oder eine Bankangestellte in Frankfurt/Main. Derzeit näht Erika Wittig Gesichtsmasken für die Erzieherinnen in der Kita "Langenauer Spatzen". (wjo)

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