Neuauflage für Kochereignis

Im September ging es auf Schloss Augustusburg auf Zeitreise in die Küche der Renaissance. Weil es so viel Interesse gab, soll es nächstes Jahr damit weitergehen.

Augustusburg.

Nach dem Festessen ist vor dem nächsten Schmaus: Die "Kurfürstliche Landpartie", initiiert vom Förderkreis Schlössergemeinschaft Augustusburg-Scharfenstein-Lichtenwalde, soll im kommenden Jahr eine Neuauflage erleben. Das ist beschlossene Sache.

"Unsere Premierenveranstaltung ist auf enorme Resonanz gestoßen. Der erstmals im Jagdschloss organisierte Streifzug zu Essgewohnheiten und Tischsitten am sächsischen Fürstenhof hat die Gäste begeistert", sagte Evelyn Jugelt, Vorsitzende des Förderkreises, bei der Abschlussberatung mit den Organisatoren der Genussmesse.

Ursprünglich sei die Veranstaltung am 8. September für die Mitglieder und Freunde der Interessengemeinschaft geplant gewesen, so Jugelt weiter. Doch die Projektidee habe bei Geschichtsinteressierten, aber auch Hobbyköchen, die Neugier geweckt. "So erweiterten wir unsere Gästeliste und begrüßten knapp 140 Gäste zur Zeitreise in die Renaissance-Küche. Diese reisten selbst aus Dresden oder aus Braunschweig und Baden-Württemberg an." Man habe sogar manchem eine Absage erteilen müssen.

"Die erfreulichen Reaktionen ermutigen uns, dieses nun Projekt fortzuführen", sagte Evelyn Jugelt. Sowohl beim Förderkreis, aber auch bei der Schlossverwaltung und Veranstaltern wie Ingolf und Mandy Fischer aus Marbach oder Barbara und Hans-Dieter Zwahr aus Neukirchen seien noch Tage später Nachfragen und Vorschläge eingegangen, die man gern aufgreifen wolle.

Fest steht: Am Sonntag, 7. April, soll es eine Neuauflage geben. "Angesichts unserer Erfahrungen werden wir an diesem Tag zwei Veranstaltungen organisieren, jeweils am späten Vormittag beziehungsweise Nachmittag beginnend. Dies, um küchentechnisch gewappnet zu sein und zum anderen der Gästenachfrage gerecht zu werden", so Jugelt. Erneut wolle man auf den Mix von Theorie und Praxis zur Thematik Essen und Trinken setzen.

Mit dem Hochschullehrer und Geschichtsforscher Josef Matzerath haben die Gastgeber einen Fachmann zur Seite, der als Kenner der Gourmetküche gilt. Der Professor an der TU Dresden spürt seit Jahren dem Geschmack aber noch mehr dem ästhetischen Empfinden der Kurfürsten nach, forscht zu Gerichten und deren Zutaten, interessiert sich für Küchenwerkzeug und Tischsitten.

Und er hat bereits den Menüplan für die nächste Landpartie: Um "Zitrusfrüchte in der Küche des 16. Jahrhunderts" soll es gehen. Laut Matzerath sei seinerzeit kaum eine Speise ohne die Früchte zubereitet worden. "Bei der Neuauflage soll ein mehrgängiges Menü kredenzt werden. Zur Testveranstaltung haben wir nur Häppchen serviert", so die Förderkreischefin. Auch werde Getränken ein größeres Augenmerk gewidmet. Zur Premiere wurden Keseküchlein kredenzt, Wildpastete, Urknacker und Kalbfleischbratwurst. Das Essen krönte eine Fasanfleisch-wurst samt Brot und Bier.

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