Neues Depot für die Feuerwehr: Jetzt sollen alle mitziehen

Die Pläne für das neue Lichtenwalder Gerätehaus sind weit gediehen. Gemeinde und Feuerwehr drücken aufs Tempo, denn der Auszugstermin in 18 Monaten steht.

Lichtenwalde.

Bis Freitag können die Lichtenwalder den Vorentwurf für das Feuerwehrgerätehaus im Bauamt einsehen. Dann endet auch die Frist zur Stellungnahme. "Die Anzahl der Einwendungen hält sich in Grenzen", teilt Bauamtsleiterin Heike Kuksch auf Nachfrage mit. Was schriftlich oder mündlich dazu eingeht, wird durch das Planungsbüro anschließend ausgewertet, ehe sich der Gemeinderat voraussichtlich im Herbst damit beschäftigt.

Bei einem Infoabend im März hatten sich einige Einwohner gegen den Neubau in zweiter Reihe der August-Bebel-Straße ausgesprochen. Untersucht hat das beauftragte Büro für Städtebau Chemnitz auch Grundstücke an der Frankenberger und an der Gartenstraße. Doch dort steigen die Kosten durch Grundstückserwerb, Abriss und Entschädigung, zudem könne der Zeitplan nicht gehalten werden, heißt es im Bebauungsplan. Diese Flächen seien ungeeignet - anders als die vorgesehene, die Niederwiesa schon gehört.


Die Freiwillige Feuerwehr hat an dem Entwurf mitgewirkt. "Die Gutachten haben nichts ergeben, was prinzipiell dagegen spricht", erklärt Wehrleiter Matthias Miesel. Er hofft nun, dass alle mitziehen. "Wir versuchen, dass es für alle Beteiligten so schmerzfrei wie möglich wird", sagt er. Schließlich habe man eine gemeinnützige Aufgabe. 2018 hatte die Lichtenwalder Feuerwehr 32 Einsätze; zuletzt hat sie in der Vorwoche einen Feldbrand gelöscht.

Auch im Bauamt ist man froh, dass das Projekt vorangeht. "Die Umsetzung drängelt", erinnert Kuksch. Ende 2020 muss die Feuerwehr ihr Depot an der August-Bebel-Straße räumen. Der Sächsische Landeskontrollverband (LKV) hat ihren Mietvertrag gekündigt. "Wir brauchen dringend mehr Laborplätze", erklärt Buchhalterin Karin Wagner. Deshalb sei nicht nur der Ausbau des derzeitigen Feuerwehrdepots, sondern auch ein Anbau geplant. Vor allem im Futtermittellabor reiche der Platz nicht. Das Verhältnis zur Feuerwehr sei gut. Die äußert ihrerseits Verständnis. "Der LKV ist ein großer Arbeitgeber im Ort", so Miesel.

Derweil arbeitet die Gemeinde weiter an der Finanzierung. Ein Zuschuss von 90 Prozent auf Grundlage der Richtlinie Feuerwehrförderung des Freistaats wurde abgelehnt. 540.000 Euro - ein Festbetrag, den die Richtlinie für Feuerwehrhäuser mit drei Stellplätzen vorsieht - wurden der Gemeinde in Aussicht gestellt. Damit ist der mit 1,3 Millionen Euro veranschlagte Neubau nicht zu stemmen, sagt Bürgermeisterin Ilona Meier (parteilos). Die Gemeinde plane seit zehn Jahren den Sporthallenneubau - mit der Kündigung des Feuerwehrgebäudes habe niemand gerechnet. Feuerwehr und Gemeinde kämpfen weiter um die 90-Prozent-Förderung, auch im Innenministerium. "Wir konnten die besondere Brisanz unserer Notsituation dort darlegen. Jetzt gilt es, alle Entscheidungsträger zu überzeugen", erklärt die Bürgermeisterin.

Der Bebauungsplan mit Grundriss, Umweltbericht sowie Artenschutz- und Schallimmissionsgutachten kann bis 12. Juli im Bauamt Niederwiesa, Dresdner Straße 22, eingesehen werden. Online ist er auf dem Beteiligungsportal des Freistaats zu sehen: www.buergerbeteiligung.sachsen.de/ portal/niederwiesa/beteiligung/ aktuelle-themen/1015431

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...