Nun doch: Im Rathaus wird gebaut

Auf dem Marktplatz in Oederan ist sichtbar, was nach vielen Verzögerungen kaum noch für möglich gehalten wurde: Die Handwerker sind da.

Oederan.

Das Wort "eigentlich" wurde stark strapaziert, wenn es in den vergangenen Jahren um die Sanierung des Oederaner Rathauses ging. Eigentlich sollten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nämlich schon seit über einem Jahr wieder in den Räumen am Marktplatz ihrer Arbeit nachgehen. Und eigentlich sollte die Sanierung 3,8 Millionen Euro kosten.

Doch daraus wurde nichts. Die Stadtverwaltung, die seit November 2015 in einem Ausweichquartier untergebracht ist, wird wohl erst im kommenden Jahr oder noch später ins Rathaus zurückkehren können. Und die Kosten für die Sanierung sind bereits auf mehr als fünf Millionen Euro gestiegen. Gründe dafür gibt es viele. So wurde an den Wänden unter anderem Schweinfurter Grün gefunden - eine arsenhaltige Farbe, die nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beseitigt werden konnte. Verzug: mehr als ein halbes Jahr. Noch gravierender war allerdings, was die Bauarbeiter unter den Dielen der altehrwürdigen Räume fanden. Dort war im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Bauschutt aufgefüllt worden. Allein im Bürgermeisterzimmer wurden aus 60 Quadratmetern Bodenfläche 40Tonnen Schutt geholt. Die Beseitigung des Schutts und immer wieder neue Prüfungen durch verschiedene Statiker brachten erneut viele Monate Verzug.

Nun aber geht die eigentliche Sanierung los. Und die ist auch außerhalb des Rathauses zu sehen, denn auf dem Marktplatz wurde eine Baustelle eingerichtet. Im Inneren sind seit einigen Tagen Maurer, Zimmerer und Schlosser am Werk. Die Arbeiten dieser Gewerke wurden von der Stadtverwaltung im ersten Los ausgeschrieben, die Aufträge vergeben.

"Derzeit erfolgt in enger Abstimmung mit dem Statikbüro, dem Architekten und den Baufirmen die statische Ertüchtigung der Gebäude Markt 5 und Freiberger Straße 2", sagt Bauamtsleiterin Petra Wolf. Aktuell werde entkernt, und es wird die Tragkonstruktion aus Stahl eingebaut, um die Statik des Gebäudes zu gewährleisten. Zugleich geht die Bauforschung weiter. Die Holzbalkendecken sind freigelegt, werden ertüchtigt und mit Holzschutz behandelt. Im Außenbereich auf der Marktseite konnte dank der milden Witterung bereits mit der Trockenlegung begonnen werden.

Bis der Umzug in die sanierten Räume erfolgt, ist die Stadtverwaltung weiter in den Räumen an der Gerichtsstraße untergebracht.

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