Nur wer zusammen gut hämmert, gewinnt auch den Pokal

Traktorreifen wuchten, Maßkrüge stemmen, Bierkästen stapeln: Die Highland-Games bei der Sommersonnenwendfeier in Marbach wurden zum Publikumsgaudi.

Marbach.

Marbach gibt sich schottisch: Zumindest den Namen für den Gaudiwettbewerb entlehnten die Mittelsachsen dem auf Eigenheit setzenden Inselvölkchen. Originell, unterhaltsam und ein Stück heimisches Brauchtum pflegend war der Teamwettbewerb, der zur 26.Auflage der Sommersonnenwende seine Premiere erlebte.

Die wichtigste, von den Gastgebern von Feuerwehr- und Sportverein vorab nicht zu erwartende Erkenntnis: Nageln will gelernt sein. Denn die Hammerdisziplin entpuppte sich als die das Spektakel prägende Handarbeit. Bei dem aus vier Teilwettbewerben bestehenden Vergleich, den jeweils drei Teammitglieder in Angriff nahmen, wurde der gemeinsame Einschlag eines 160er-Nagels in ein Stück Fichtenholz zur schweißtreibenden Herausforderung.

"Gar nicht so einfach, abwechselnd den Nagel zu treffen und reinzuklopfen, da braucht man echt Konzentration", konstatierte Marco John vom Gastgeberteam VSG Marbach. Der 29-Jährige, als Küchenmonteur beruflich tätig, zeigte sich mit seinen Mannschaftskollegen Paul Wagner und Tobias Meyer mit nur einem Exemplar treffsicher.

Zu meistern war von sieben teilnehmenden Teams auf einer 50-Meter-Strecke zudem das Dreibeinrennen. Antje und Julia Haustein durften den Jungs vor dem Start ans Bein und legten jeweils zwei Gürtel um die sechs Teambeine. Die wurden so miteinander verbunden, dass nur noch drei zum Laufen blieben. Nun war gemeinsame Koordinationsarbeit notwendig.

Und Manneskraft war nicht minder beim Drehen eines Traktorreifens gefragt. Immerhin musste das 180-Kilogramm-Teil aus der Ruheposition hochgewuchtet und mehrfach zu einer Zielline hin bewegt werden. Ein Rollen hätte Disqualifikation bedeutet. Auch diesen Streckenabschnitt meisterten die Akteure souverän.

Doch dann das Nagelschlagen. Dabei konzentrierten sich schnell die Blicke des aufgeschlossenen Publikums. Weniger schlagsicher zeigten sich die Akteure des Jugendclubs "Bretterbude". Die versenkten erst den sechsten Nagel kerzengerade im Holz. Denn sobald sich einer krümmte, musste neu begonnen werden. Moderator Dominik Zörnweg rief daher zwischenzeitlich danach, einen Schriftführer fürs Nägelzählen einzusetzen.

Mit einem "Do Toho" feuerten die tschechischen Gäste ihre zwei Teams an: Die Gäste aus Peruc weilten zum zwölften Mal zur Fete in Sachsen. Und Alex, Radec, Honsa & Co. benötigten ebenfalls mehrere Anläufe, das Eisenstück ins Naturmaterial zu hämmern. Wie der Hammer zu handhaben ist, bewiesen schließlich Fachleute von der "Oli Bau"-Truppe, allesamt Mitarbeiter einer Firma in Oberlichtenau. Tony Krautheim, Heiko Siegert und Robert Rudolph hielten sich als Leute vom Fach gar nicht lange auf: "Zack, zack", riefen ihnen die Kumpels zu.

Mit einer eher urdeutschen Disziplin gingen die Teams ins Finale: Maßkrugstemmen hieß die Aufgabe. Und die brachte den zwischenzeitlichen Zieleinlauf noch einmal durcheinander. Denn: Je länger die Einzelkandidaten das rund 1,5 Kilo schwere Glas in der Waagerechten hielten, umso mehr wurde von der Hindernislaufzeit wieder abgezogen. Und so konnte die "Bretterbude" mit Sebastian Trauf als Sieger der Teildisziplin zwar erheblich Boden gutmachen, aber zum Sieg langte es nicht mehr. Den sicherte sich zum ersten Mal das "Oli Bau"-Team, das zudem den Wanderpokal nach Hause trug.

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