OB erinnert an NS-Opfer

In Flossenbürg wurde der Befreiung des Konzen- trationslagers gedacht. Flöha spielt in dessen Geschichte eine Rolle.

Flöha.

Oberbürgermeister Volker Holuscha (Linke) hat Flöha beim Festakt zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Flossenbürg in Bayern vertreten. Dort waren zwischen 1938 und 1945 rund 84.000 Männer und 16.000 Frauen aus über 30 Ländern inhaftiert. Holuscha nahm auf Einladung der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten an dieser Veranstaltung teil.

In der Geschichte des KZ spielt auch Flöha eine Rolle. In der ehemaligen Tüllfabrik an der heutigen Heinrich-Heine Straße befand sich ein Außenlager. In die Fabrik war ein Teil eines Leipziger Flugzeugwerks verlagert worden, dort mussten die Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Flugzeugteile herstellen. Bereits vor 14Jahren besuchte eine Flöhaer Delegation Flossenbürg. Mitgereist waren damals neben OB Friedrich Schlosser unter anderem auch die Stadträte Kurt Lange, Wieland Kunze, Andre Quaiser, Bernd Goebel und Dieter Grunert.


In einer bewegenden Ansprache berichtete in diesem Jahr der heute 90-jährige Leszek Zukowski während der Gedenkstunde, wie er als 15-Jähriger verhaftet wurde und über das KZ Dachau letztlich nach Flossenbürg gebracht wurde. "Seine Schilderungen haben mich sehr beeindruckt und zum Nachdenken gebracht", sagte OB Holuscha. Bei der anschließenden Kranzniederlegung enthüllte der amerikanische Botschafter, unter den Augen der mehreren Hundert Teilnehmer, eine Gedenktafel für den am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg ermordeten Pfarrers Dietrich Bonhoeffer.

Holuscha verband seinen Besuch auch mit einer persönlichen Botschaft. "Angesichts der 30.000 Menschen, welche in Flossenbürg ihr Leben lassen mussten, den Tausenden gequälten und teilweise zu Tode ausgebeuteten Zwangsarbeitern des KZ Flossenbürg sowie dessen Außenstellen, zu denen auch der Betrieb in Flöha zählt, sehe ich es als meine Verpflichtung an, der Opfer zu gedenken und die Überlebenden zu ehren." Angesichts mancher rechtsradikaler Entwicklungen in Deutschland und der Welt, mahnte er: "Die heutigen Generationen sind nicht dafür verantwortlich zu machen, was unsere Vorfahren begangen oder nicht verhindert haben. Aber wir tragen die alleinige Verantwortung dafür, was heute geschieht. Und wir haben dafür Sorge zu tragen, dass es nie wieder eine dunkle Zeit der Kriege, der Verfolgung und Vernichtung Andersdenkender, Andersglaubender, Andersfühlender und Andersabgestammter geben wird."

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