Oederan: Corona bremst Mitnahmebänke aus

Die Idee ist bereits baulich umgesetzt, darf zurzeit allerdings nicht ausprobiert werden. Ein anderes Angebot startet demnächst.

Oederan.

Bevor die Mitnahmebänke in Oederan gebührend vorgestellt werden konnten, machte die Coronapandemie der Idee vorerst einen Strich durch die Rechnung. Die Bänke stellen eine neue Komponente des Projektes "Familienfreundliche Stadt" dar. Die Idee ist einfach: Wer eine innerörtliche Mitfahrgelegenheit sucht, kann den Zielortsteil mit Hilfe einer Holzvorrichtung an der Bank einstellen und warten. Da dieses Prozedere in der aktuellen Pandemie-Situation nicht umsetzbar ist, hat die Stadt mit der offiziellen Einweihung bisher gewartet. Diese solle aber nachgeholt werden, sobald die Lage es zulasse. Das kündigte Bürgermeister Steffen Schneider an.

Unterdessen arbeitet Oederan an der Erweiterung des Systems der Mitnahmebänke. Aktuell gibt es solche Sitzgelegenheiten in den Ortsteilen Schönerstadt, Görbersdorf, Gahlenz, Breitenau und Frankenstein. Alle bisher montierten Mitfahrbänke wurden durch das Klein-Erzgebirge hergestellt, bemalt und von der Stadtverwaltung bezahlt. Bewähre sich das Angebot, dann soll jeder Ortsteil mit einer Mitnahmebank ausgestattet werden, stellte Schneider unlängst in Aussicht. Zuletzt hatten sich allerdings bereits Randalierer an den Bänken vergriffen, wie der Bürgermeister im jüngsten Stadtrat mitteilte. Ein zweites neues Angebot wird Anfang des kommenden Jahres an den Start gehen. Dann wird Oederan Neubürgern einen Informationsbeutel anbieten. Neben Informationsmaterial wird auch ein Gutschein im Wert von rund 25 Euro eingelegt sein. Der kann in städtischen Einrichtungen eingelöst oder beispielsweise mit den Elternbeiträgen verrechnet werden. Die Verwaltung geht von Kosten von rund 8600 Euro pro Jahr aus.

Ratsherr Thomas Kruse (Freie Wähler) regte an, die Ausgabe der Beutel mit einer Abfrage von Gründen für den Umzug nach Oederan zu verknüpfen. "Ich halte das für eine sehr wichtige Information", begründete er. Mit diesen Aussagen könne das Stadtmarketing präzisiert werden. Zudem könnten Stärken der Stadt weiter ausgebaut werden. Die Verwaltung indes tat sich schwer mit einer solchen Abfrage und führte als Begründung den Datenschutz an. Zudem sei eine solcher Abfrage arbeitsintensiv und im Melderegister nicht vorgesehen. Ein Einwand, den Kruse nur bedingt gelten ließ. Schließlich könne ein Fragebogen auch auf freiwilliger Basis ausgeteilt werden. (mit jl)

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