Oederaner werben in Dresden: Riverdance in Elbflorenz

Das Insect Lounge Festival in Börnichen bei Oederan ist besonders bei Kennern der Musikszene ein heißer Tipp. Einen Dresdner hat das Konzept derart begeistert, dass er gleich das Marketing übernahm.

Oederan/Dresden.

Wer rennt da so spät durch Nacht und Fluss? Es ist der Dominic, der hat einen Schuss! Das mit dem Schuss nimmt er, also Dominic Salminger, uns nicht übel. "Wenn ich schon Werbung für so ein cooles Festival mache, dann auch mit allem, was dazugehört", sagt der 24-Jährige und lacht. Das Verrückte dabei ist aber nicht nur, dass er für den Fotografen der "Freien Presse" mit einem Plakat des Oederaner Insect Lounge Festivals durch die Elbe rennt. Viel verrückter ist, dass der Dresdner das Festival, für das er in seiner Heimatstadt wirbt, noch nie selbst erlebt hat. "Nein, ich war noch niemals auf dem Insect Lounge", sagt er. "Aber was ich darüber gehört habe und die Bands, die in diesem Jahr dort spielen - das reicht, um sofort Fan zu sein."

Anfang dieses Jahres traf Musikfan Salminger bei einem Konzert auf Patrick Hohnetz. Der wiederum gehört zu den Gründern des Oederaner Festivals, wohnt mittlerweile in Dresden. "Wir haben uns schnell angefreundet und unter anderem über das Festival unterhalten", erzählt Dominic Salminger, der abseits der Konzertbesuche als Biologe in der Forschung am Herzzentrum arbeitet. "Mir war schnell klar, dass das Festival und die Leute dort genau auf meiner Wellenlänge liegen. Und da wollte ich mitmachen."

Gesagt, getan - der Dresdner wurde sofort "eingestellt" und kümmert sich seit einigen Wochen um die Auftritte des Insect Lounge Festivals im Internet. Zudem verteilt er Flyer und Plakate, wo immer er kann. Erst am vergangenen Wochenende war er unermüdlich auf dem Kosmonaut-Festival in Chemnitz unterwegs, um für das Oederaner Konzertwochenende Anfang August die Werbetrommel zu rühren. "Auch in Dresden klappere ich die Bars und Diskotheken ab, verteile auch dort Plakate und lade die Leute zum Festival ein", sagt der junge Mann.

Marco Metzler vom Oederaner Stadtmarketingverein begrüßt die Initiative des Dresdners ausdrücklich. "Damit kommen die vielen Werbe-Artikel, die wir haben, wieder dorthin, wo sie auch hingehören", sagt er. "Wir alle müssen ja zugeben, dass wir nicht jünger werden, teilweise Familie haben. Und da kommt man nicht mehr so oft zu Konzerten oder anderen Festivals. Die Flyer zum Beispiel haben in den vergangenen Jahren nicht selten nur in Geschäften gelegen, in die junge Menschen eher selten gehen."

Neben Dominic Salminger hätten sich noch ein paar weitere junge Leute aus Oederan und Umgebung gefunden, die bei der Organisation und der Durchführung des Insect Lounge helfen wollen. "Das ist eine tolle Geschichte", sagt Marco Metzler. "Das hält das Festival am Leben."

Wie es beim Insect Lounge Tradition ist, bleibt der Eintritt für die zwei Konzert-Tage auch in diesem Jahr wieder frei. Finanziert wird die Veranstaltung über die Einnahmen an den Gastronomieständen, über Sponsorengelder und über ein Crowdfunding, das es auch in diesem Jahr wieder gibt. Dabei wird im Internet Geld gesammelt, bis eine vorher festgelegte Summe erreicht ist. Wird dieses Ziel erreicht, erhalten alle Spender ein kleines Geschenk. Wird das Ziel verfehlt, bekommen alle ihr Geld zurück. In den vergangenen Jahren hat die Aktion stets geklappt, auch diesmal sieht es wieder gut aus, dass bis zum 22. Juli das Ziel von 1850 Euro erreicht wird. Zwei Tage nach dem Start am Dienstag waren gestern bereits 346 Euro eingegangen.


Festivalmacher sind auf der Suche nach außergewöhnlichen Bands fündig geworden

Nick Kreis und Marco Metzler (auf dem Foto von links) gehören zum Organisationsteam des Insect Lounge Festivals, das am 3. und 4. August auf der Waldbühne im Oederaner Ortsteil Börnichen stattfindet. Während sich Metzler in erster Linie um die organisatorischen Dinge kümmert, ist Kreis für die Bands verantwortlich. Dabei sucht er stets nach Musikern, deren Musik noch nicht im Radio läuft, bei Kennern aber angesagt ist. "Nach Perlen fischen" nennt Nick Kreis das selbst. In diesem Jahr hat er unter anderem die Rock-Band Brett, die Rap-Rock-Indie-Formation Schlaraffenlandung, die Indie-Rocker von LeVent oder die Post-Wave-Formation Fibel nach Börnichen lotsen können. Moderiert wird das Festival zum wiederholten Mal von Max Rademann.

Der Eintritt zum Insect Lounge ist frei. Das Konzert wird unter anderem über ein Crowdfunding-Projekt finanziert. Für Spenden gibt es unter anderem Jutebeutel, T-Shirts oder Fanpakete für das gesamte Wochenende.

www.startnext.com/ insectlounge-openair-2018

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...