Ortsumgehung Flöha: Jetzt droht ein Rechtsstreit

Eine Aussprache mit der Landesdirektion hat keine Einigung gebracht. Naturschützer wollen die Brücke zwischen Flöha und Falkenau verhindern. Dennoch gibt es Signale, dass die Behörde bald Baurecht erteilen wird.

Flöha.

Es kommt Bewegung in das Verfahren um den schon seit vielen Jahren geplanten Weiterbau der Ortsumfahrung für Flöha. Die zuständige Genehmigungsbehörde, die Landesdirektion Sachsen, könnte schon bald Baurecht für den Abschnitt zwischen Flöha-Plaue und dem Ortsteil Falkenau erteilen. Das zumindest geht aus der Antwort aus einer "Freie Presse"-Anfrage nach einem Erörterungstermin hervor. Bei diesem Termin wurden "private sowie naturschutzfachliche und wasserrechtliche Belange erörtert", heißt es aus der Landesdirektion. Das Ergebnis: Eine Privatperson muss erneut gehört werden. Und, so heißt es in der offiziellen Antwort: "Hinsichtlich der Umweltbelange kann mit den Einwendern keine Einigung erzielt werden." Jetzt ist geplant, dass die Behörde über das Baurecht entscheidet. Wie ein Sprecher bestätigte, ist mit einem positiven Bescheid zu rechnen.

Dass dann allerdings in absehbarer Zeit tatsächlich gebaut wird, ist nicht anzunehmen. Denn bei den Einwendern in Sachen Umweltbelange handelt es sich um den Naturschutzverband Sachsen, vertreten durch seinen Vorsitzenden Tobias Mehnert. Und der will bei erteiltem Baurecht vor Gericht ziehen. "Ich war bei dem Erörterungstermin dabei und habe den Planern noch einmal erklärt, dass sie sich die Tatsachen hier so zurecht biegen, wie sie es gern hätten", sagt Mehnert. Er kritisiert, dass die Ortsumfahrung zwischen Flöha und Falkenau eine Brücke über die Flöha-Aue enthalten soll. "Diese quert ein Flora-Fauna-Habitat an seiner ökologisch wertvollsten Stelle. Statt das zu erkennen, wird erzählt, es würde dort keinen Auenwald geben. Aber den gibt es. Die Planer sehen ihn nur vor lauter Bäumen nicht."


Bereits seit sieben Jahren wird an der Planung des Trassenabschnitts zwischen Flöha und Falkenau gearbeitet. Die Pläne mussten immer wieder nachgebessert werden, da es Einwände von Naturschützern gegen die geplante Querung der Flöha mit einer 576 Meter langen und etwa 14 Meter hohen Brücke gab. Zuletzt hatten die Umweltschützer das Vorkommen von Bibern als Grund gegen den Bau vorgebracht.


Ihre Meinung zur Ortsumgehung ist gefragt

Was sagen Sie? Sollte in Zeiten der Klimadiskussion die Verkehrsentlastung Flöhas vor dem Schutz der Fluss-Aue stehen? Brauchen wir die weiterführende Umgehung? Schreiben Sie uns: Freie Presse Flöha, Augustusburger Straße 23, 09557 Flöha. Mail: red.floeha@freiepresse.de oder auf Facebook: Freie Presse Flöha.

Die Chronik der Ortsumgehung: Seit Anfang der 1990er-Jahre gibt es Pläne, Flöha vom Durchgangsverkehr zu entlasten. 2008 begannen die Bauarbeiten. Für die Verlegung der Staatsstraße zwischen Niederwiesa und Falkenau auf knapp sieben Kilometern Länge waren drei Jahre Bauzeit geplant.

2009 kommt es nach Klagen von Naturschützern vor dem Bundesverwaltungsgericht zu einem Vergleich: Der Abschnitt von Niederwiesa bis nach Flöha-Plaue wird weitergebaut, der Abschnitt über die Flöha-Aue bis nach Falkenau muss neu geplant werden.

2012 wird der erste Abschnitt der Ortsumfahrung eingeweiht. Um den Bau des zweiten Abschnittes wird seitdem weiter gestritten. (mbe/tre)

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11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    8
    Interessierte
    18.06.2019

    Da wurde kürzlich auch ein Umgehungsstraße in BBurg genehmigt , wo viele gehofft hatten , das das nicht passiert ...
    Die Umgehungsstraße sind zwar für die betroffenen Orte nicht schlecht , also da , wo die Laster en masse durch´rammeln …

    Aber hier werden ´unsere` Landschaften zerstört , damit ´man` schnell von hier nach da kommt …
    Dazu werden unsere Dörfer sukzessive tot gemacht , nachdem man schon die Industrie hat tot gemacht ...
    Und danach hat man hier im Osten viel frische Luft und blühende Landschaften und viele schnelle Straßen zu den Burgen und Schlössern und Museen und ein wunderschönes Erholungsgebiet an den gefluteten Seen mit den Jachthäfen …
    - neben den Städten mit den gebauten und gewinnbringenden Leuchttürmen

  • 4
    5
    Tauchsieder
    17.06.2019

    Mit diesen Worten werde ich wortbrüchig, Sorry!
    Eines muss ich hier aber noch klar stellen. Ich möchte auf keinen Fall mit diesem Herren, der in dem Zeitungsartikel aufgeführt ist, verwechselt werden.
    Aus manchen Antworten in den Leserkommentaren erhält man den Eindruck, dass dieser oder jener der Meinung ist, dass sich hinter meinem Pseudonym der Vorsitzende des Naturschutzverbandes versteckt. Ich glaube kaum das er sich rechtfertigen muss und alle nachvollziehbaren Argumente auf dem Tisch liegen. Es liegt jetzt einzig und allein an der LD, ob sie den Argumenten folgt, oder wie in der Komödie mit Heinz Rühmann "Mit dem Kopf durch die Wand will".

  • 2
    6
    Tauchsieder
    17.06.2019

    Vielleicht kann ich´s auf Umwege ihnen "1025....." erklären und dann klink ich mich hier aus, da ist mir meine Zeit zu kostbar.
    Das Gesetz schreibt vor, dass bei Mord die Strafe lebenslänglich ist. Dem Täter gefällt das Urteil nicht. Welchen Kompromiss würden sie eingehen?

  • 9
    5
    1025628
    16.06.2019

    @... Tauchsieder
    Meine Angaben und Behauptungen haben nur rein logischen Menschenverstand als Grundlage, ich gehe eben mit offenen Augen durch Leben. Kompromisse müssen immer wieder eingegangen werden um eine Lösung für unterschiedliche Ansichten zu finden, aber das kommt für Sie auf keinen Fall in Frage.
    Sie haben den Blick für den Naturschutz schon längst aus den Augen verloren, in ihren Kommentaren geht es nur noch um Bauprojekte die sie behindern oder verhindern können. Was sie zu dieser aktiven Steuergeld-Vernichtungen antreibt kann ich bis heute nicht verstehen. Sie scheinen selbst zu wissen, daß eine Abstimmung über die Brücke nicht zu Ihren gunsten ausgehen würde,...
    Ich wünsche mir etwas mehr Kompromissbereitschaft von Ihnen, denn es gibt sicher eine Lösung, mit der beide Seiten leben können.

  • 12
    6
    OlafF
    16.06.2019

    Anstatt kryptischer Formulierungen und sich an langjährigen Rechtsstreitigkeiten zu erfreuen, schon mal an die Flöharaner gedacht? Ich bin da voll bei Ihnen @...28, Entlastung der Einwohner, sichere Schulwege, mehr Platz für Fußgänger, Fahrradfahrer, verkehrsberuhigte Zonen und weniger Abgase für Menschen und gleichzeitig die zugegeben teuerste Variante ökologisch gut geplant entlang der bestehenden Infrastruktur an der Bahnstrecke und als Hochstrecke über der Innenstadt bis zur Sackgasse geplant und dann... Plötzlich und unerwartet endet diese in einer Auenlandschaft! Mit "Weitsicht" und Beharrlichkeit wurde ein Kompromiss an den anderen gereiht! Nur „Einer“ zeigt sich nicht kompromissbereit. Er verhindert, dass sich eine Stadt, welche durch ÖPNV (in 10 min in Chemnitz) eigentlich gute Voraussetzungen hat (Stadtbus, 3 Bahnstrecken und Buslinien) auf der anderen Seite beim Güter-und Individualverkehr in die Enge getrieben wird! Wen stört es schon, er wohnt ja recht angenehm im Vierseitenhof auf dem Lande...Wie sagt man so schön dazu:“Doppelmoral“!

  • 6
    12
    16.06.2019

    Irgendwann sollten einfach Tatsachen geschaffen werden sonst nimmt das Klagen von Hunz und Kunz nie ein Ende.

  • 4
    16
    Tauchsieder
    16.06.2019

    Endlich kapiert "1025....", klappt doch.
    Gesetze können nicht ausgelegt werden wie jeder will, dazu gibt es Durchführungsbestimmungen. Sie sitzen hier einem falschen Rechtsverständnis auf.
    Stellen sie sich einfach selbst die folgenden Frage zu ihren Anmerkungen, zu einer verhältnismäßige neun Brücke, unterhalb.
    Was verstehen sie unter verhältnismäßig Neu?
    Liegt diese in einem Schutzgebiet?
    War dies ein kompletter Neubau, oder eine Ersatzbaumaßnahme?
    Woher nehmen sie die Weisheit her, dass sich Natur unter einer Brücke besser entwickelt, wo doch vorher für dieses Bauwerk erst einmal Flächen eines Naturschutzgebietes geopfert werden?
    Ich möchte sie hier nicht weiter überfordern, vermutlich wird das für sie eine schwere Kost werden.
    Übrigens gibt es für solche Fälle Gerichte und da kann der Naturschutz gehobenen Hauptes auftreten.

  • 18
    3
    1025628
    16.06.2019

    Verstehe ich das richtig, egal was die Mehrheit entscheidet, Sie haben immer Recht? Gesetze versucht jeder so auszulegen, daß seine Interessen am Schluss durchgesetzt werden, ist heutzutage so.
    Aber machen Sie sich doch mal die Mühe und schauen ein paar Kilometer Flussaufwärts, da steht schon eine verhältnismäßig neue Brücke. Ich selbst habe dort letztes Jahr Spuren von Biber gefunden die es vorher nicht gab und Eisvögel sind heute da auch noch beheimatet, wie schon vor vielen Jahren. Also behaupte ich nun, wir brauchen die Brücken um den Tieren einen optimalen Lebensraum zu bieten.
    Das das Quatsch ist wissen Sie und auch ich, aber genauso ist es Quatsch zu behaupten das durch solch ein Bauwerk der Lebensraum der Tiere zerstört wird. Im Gegenteil, ich finde das sich die Natur unter der Brücke viel besser ausbreiten und entwickeln konnte.
    Das zum Beispiel Schulwege in Flöha durch weniger Verkehr sicherer werden, sich tägliche Arbeits-und Transportwege verkürzen müsste doch auch in ihrem Interesse liegen, oder ist Ihnen das völlig egal?

  • 3
    16
    Tauchsieder
    15.06.2019

    Ein Volksentscheid kann keine Gesetze aushebeln "1025.....".
    Wer hier Steuergelder verschwendet ist dahin gestellt. Wer mit Vorsatz etwas erzwingen will kann da gewaltig auf die "Schnauze" fallen. Der Vogtlandkreis hat gerade diese Erfahrung machen müssen. Was letztendlich dies dem Landkreis kosten wird steht noch aus. Gebaut wurde dieser Schwarzbau übrigens mit Steuergeld und Fördermitteln der EU.

  • 16
    9
    1025628
    15.06.2019

    Wir leben doch in einer Demokratie, jeder kann seinen Senf dazu geben, aber am Schluss entscheidet die Mehrheit. Warum kann man das hier nicht so machen, Volksentscheid bzw eine Abstimmung zu diesen Thema und dann ist alles geklärt. Mir scheint es, daß hier ein einziger seine Interessen verfolgt und immer wieder den Bau verhindert und Steuergelder vernichtet.

  • 5
    18
    Tauchsieder
    15.06.2019

    Schaun mer mal, dann guck mer mal.
    Seit 2009 wurden in Bezug auf Baumaßnahmen in FFH-Gebieten einige wegweisende Urteile gefällt, die es eigentlich unmöglich machen, dass hier gebaut werden kann. Westumfahrung Halle, Waldschlössschen Brücke in Dresden, Elsterradweg bei Adorf usw. . All diese Klagen waren für den Naturschutz erfolgreich. Will hier die Behörde wider besseren Wissens eine krachende Niederlage riskieren, man braucht doch bloß die Begründung zu diesen Urteilen lesen.



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