Pfarrer geht zum Militär

Sebastian Gräßer ist ab September bei der Panzergrenadierbrigade 37 "Freistaat Sachsen" in Frankenberg stationiert.

Frankenberg/Marienberg.

Seine Zeit als katholischer Pfarrer der Pfarrei Marienberg wird der aus Frankenberg stammende Sebastian Gräßer in sehr guter Erinnerung bleiben. Vier Jahre hat er die Gemeinde betreut. Heute ist das vorbei. Dann fängt sein Dienst als Militärseelsorger bei der Panzergrenadierbrigade 37 "Freistaat Sachsen" an.

Leicht hat er sich die Entscheidung nicht gemacht, sagt der 42-Jährige. "Das Bistum Meißen plant den Zusammenschluss der Pfarreien Marienberg und Annaberg. Das kann ich nicht mittragen", sagt er. In einem so großen Gebiet sei eine vernünftige Seelsorge nicht möglich. Deshalb hat er sich für die Stelle bei der Brigade beworben. "Das ist auf der einen Seite etwas völlig Neues und auf der anderen Seite nichts anderes als vorher", sagt er. Er wird nach wie vor für Menschen da sein. Nur die Bedingungen sind beim Militär anders als in der zivilen Welt. Sein Vertrag ist vorerst auf sechs Jahre ausgelegt, mit der Option zu verlängern. Nach zwei Jahren steht auch für Sebastian Gräßer die Teilnahme an Auslandseinsätzen zur Debatte. Vermissen wird er die vielen Menschen, die er vier Jahre lang begleitete. Etwa 1000 Mitglieder zählte seine Gemeinde, die sich von Marienberg über Olbernhau und Neuhausen bis nach Seiffen erstreckt. Auch die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen wird ihm fehlen. Bereits nächsten Sonntag wird sein Nachfolger Klaus-Michael Tschöpe in sein Amt eingeführt. "Ich kenne ihn noch als Kaplan von Greiz und bin erleichtert, dass er mein Nachfolger wird", so Gräßer. Ohne die Pläne zur Zusammenlegung hätte er Marienberg nicht verlassen.

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