Polizei bisher ohne Fahndungserfolg

Eine Serie von Diebstählen und Vandalismus macht Forstfirmen in der Region das Leben schwer. Der Unmut in den Betrieben ist groß, der Sachsenforst hat für eigene Liegenschaften Konsequenzen gezogen.

Hennersdorf.

Wer die 2500 bis 3000 Euro Schaden an teurer Forsttechnik in einem Hennersdorfer Waldstück angerichtet hat, darüber kann Sandra Jacob nur spekulieren. Mit Ehemann Ronny führt sie die gleichnamige Waldbewirtschaftungsfirma mit Sitz im Markneukirchener Ortsteil Wohlhausen im Vogtland, die den Schaden zu beklagen hat. Zum Betrieb gehören 42 Mitarbeiter und 100 Fahrzeuge - eine Reihe davon Großgerät, wie es übers Wochenende im zum Forstrevier Hammerleubsdorf gehörenden Areal Ziel von Dieben und Randalierern geworden ist.

"Wir wissen weder, woher die Leute kommen, noch etwas über die Motive", sagt Jacob. Ob es sich um Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen handelt, militante Pilz- beziehungsweise Naturfreunde oder Randalierer, sei unklar. In keinem dieser durchschnittlich ein bis zwei jährlich im Unternehmen zu verzeichnenden Fälle habe die Polizei bislang einen Fahndungserfolg präsentieren können. "Die Verfahren werden immer wieder ohne Ergebnis nach einiger Zeit eingestellt", sagt Jacob. Fakt sei, dass derartige Randale, Beschädigungen, Diebstähle praktisch überall vorkommen; eine Schwerpunktregion habe sie noch nicht registriert.

Sebastian Diehl leitet für die Firma das seit drei Wochen in Hennersdorf eingesetzte Team und beschreibt die seit dem Wochenende zu beklagenden Schäden wie folgt: In dem Waldstück nahe der Staatsstraße 228 sei neben der Rückemaschine auch der Holzernter aufgebrochen worden. Die unbekannten Täter haben die Kabel für die Rückfahrkamera (Foto links) des Forwarders, wie das Rückefahrzeug von Fachleuten genannt wird, durchtrennt, ebenso das zum Monitor im Führerhaus (Foto oben rechts). Beide Geräte wurden gestohlen. "Auch ein Feuerlöscher ist leergemacht worden", sagt Diehl.

"Die Leute holen sich, was sie brauchen", so Sandra Jacob. Und randalierten immer wieder: "Da werden dann, wenn auch nicht im aktuellen Fall, zum Beispiel Reifen zerstochen", sagt sie. Die Polizei hat bislang noch keine Erkenntnisse zu möglichen Tätern oder Motiven und hofft auf Zeugenhinweise (unter Telefonnummer 03727 9800). "Die Ermittlungen laufen weiter", sagte gestern ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Beim Staatsbetrieb Sachsenforst, der die Wohlhausener Firma beauftragt hat, ist das nichts Neues. Laut Thomas Köhler, Sprecher des Forstbezirks Marienberg, müssten die vom Staat, aber auch von Privatwaldbesitzern beauftragten Forstunternehmen selbst mit Zucker im Tank rechnen. Problematisch sei zudem, dass derartige Arbeiten besonders in touristischen Regionen langfristig und öffentlichkeitswirksam angekündigt würden, womit den Tätern eine Art Wegbeschreibung geliefert werde. Eine Alternative dazu sieht er aber nicht. Außerdem seien die betreffenden Areale aus Arbeitsschutzgründen weithin sichtbar abgesperrt. Obwohl der Sachsenforst selbst kaum über schwere Technik verfüge, musste man auch dort reagieren, so Köhler. In Waldschutzhütten werde daher keine teure Technik mehr gelagert. Aber mitunter verschafften sich Täter gar auf dem Betriebsgelände der Reviere Zutritt. In abgelegenen Hütten werde aber längst darauf verzichtet, Fenster - wie einst üblich - mit Holzluken zu verschließen. So sei von außen sichtbar, dass sich keine Wertgegenstände im Innern befinden. "Es ist wichtig, dass das für ungebetene Gäste ohne viel Aufwand möglich ist, da oft die Schäden an Einrichtung und Gebäuden, wenn sich jemand Zutritt verschaffen will, größer sind als der Wert von eventuellem Diebesgut", ergänzt Köhler. Nicht einmal Feuerlöscher würden in derartigen Hütten noch gelagert, damit deren Inhalt nicht, wie im aktuellen Fall in Hennersdorf, in der Umgebung versprüht oder mit dem Gerät anderweitig randaliert werde.

Ermittlungserfolge, bestätigt Köhler, würden - jedenfalls im Marienberger Bezirk - kaum erzielt, in dem sich in Pockau jüngst zwei ähnliche Fälle zutrugen: Der Schaden dort laut Polizei und geschädigter Firma: insgesamt rund 25.100 Euro.

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