Preisgekrönt: Niederwiesaer legen berühmte Bauwerke trocken

Neuerlicher Erfolg der Drymat-Systeme GmbH bei den Top 100: Die Firma aus Niederwiesa gehört erneut zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstandes.

Niederwiesa.

Was haben die Eremitage in Sankt Petersburg, die Karls-Universität in Prag und das Warschauer Königsschloss gemeinsam? Ein Trocknungssystem aus Niederwiesa. Das Unternehmen Drymat-Systeme hat ein Verfahren entwickelt, um Wände elektrophysikalisch zu entfeuchten. Dafür wurde die mittelsächsische Firma nun zum zweiten Mal als eine der Top 100 geehrt. Dies sind die mittelständischen Innovationsführer Deutschlands.

"Die Unternehmen haben sich zuvor der unabhängigen wissenschaftlichen Analyse von Prof. Dr. Nikolaus Franke unterzogen", erklärt Sven Kamerar, Sprecher vom Wettbewerbs-Initiator Compamedia GmbH. Diese vergibt die Top 100-Siegel seit 1993. Nikolaus Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien und war als Gastforscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig.

Bei der 25. Auflage der Top 100 sichteten die Forscher 471 Bewerbungen mittelständischer Unternehmer, prüften unter anderem Innovationsklima, Management und Organisation und den Innovationserfolg. "288 Unternehmen waren erfolgreich und erhielten in diesem Jahr in drei Größenklassen das Top-100-Siegel", sagt Sven Kamerar. Mentor von Top 100 ist Ranga Yogeshwar. Der Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator ist beeindruckt: "Die Top 100 sind mittelständische Unternehmer, die sich auf das Wagnis des Wandels einlassen und sich nicht davor fürchten, Altes loszulassen. Menschen, die keine Angst haben vor dem Neuen, sondern den Wandel begrüßen."

Drymat-Geschäftsführer Frank Lindner freut sich über die neuerliche Auszeichnung: "Das ist wichtig, denn es zeigt unseren Kunden, dass wir nicht nur gutes Geld verdienen wollen, sondern auch in Forschung und Entwicklung investieren." Ziel sei, eine möglichst langfristige Wartungsfreiheit zu realisieren. Wenn in Gebäuden Wände feucht sind, der Putz bröckelt oder es modrig riecht, liegt das an gelösten Salzen. Egal ob Alt- oder Neubau: Die Salze wandern mit der Feuchtigkeit in die Wände ein und schädigen auf Dauer die Mauer.

Dagegen geht Drymat seit rund 20 Jahren mit Anlagen vor, die elek-trophysikalisch wirken. Dabei kommen Fugen in die Mauern, die Anoden aufnehmen. Unterhalb des Fundaments bringen Techniker Kathoden in Stellung, die dank ihres negativen elektrischen Potenzials die gelösten Salze anziehen und so das Wasser aus der Wand leiten.

Auf dieser Innovation ruhen sich Frank Lindner und seine 16 Beschäftigten nicht aus: "Unsere Ingenieure haben die Montage mittlerweile vereinfacht, Löt- und Klemmverbindungen entfallen komplett", erzählt der Geschäftsführer. "Alle Anoden werden mit Schneidkopfschrauben auf einem Edelmetallkabel befestigt. Zudem wurde die Form der Anode verändert. So kann der Mörtel durchfließen und die Verbindung damit zusätzlich sichern."

Und damit nicht genug: Die Entwickler erfanden einen Mörtel, der nicht nur elektrisch leitfähig ist, sondern sich nach der Trocknung ausdehnt. Damit verbinden sich Mauerwerk und Mörtel fester. Steilvorlage für weitere Top-100-Titel.


Weitere ausgezeichnete Unternehmen in der Region

Volksbank Mittweida eG: Die Digitalisierung fordert regionale Kreditinstitute im Kundenverkehr und bei den internen Abläufen. Die Volksbank Mittweida bindet ihre 173 Beschäftigten aktiv in den Veränderungsprozess ein, hieß es zur Begründung für den Preis. So erhielten 2017 alle Mitarbeiter jeweils ein I-Pad für die berufliche und private Nutzung. Parallel wurden 30 "Onlinebotschafter" ausgewählt, die ihre Kollegen bei mobilen Anwendungen unterstützen.

Intensiv Leben GmbH Burkhardtsdorf: Im Jahre 2011 gegründet, hat der Intensivpflegedienst heute 85 Mitarbeiter. Wegen des Fachkräftemangels setzt Gründer Marc Kischkewitz auf die Ausbildung neuer Arbeitskräfte. Sein Konzept: Neueinsteiger sammeln als Assistenten zunächst Praxiserfahrung an der Seite erfahrener Fachkräfte und können später eine begleitende Fachausbildung aufnehmen - bei vollem Gehalt, heißt es in der Begründung.

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