Puhdys-Lieder schweißen sie zusammen

Die Musik der Band führte zwei Menschen zusammen, die sich sonst wohl nie kennengelernt hätten. Jetzt gab sich das Paar in Freiberg das Jawort.

Freiberg.

Am 19. November 1969 bestritt im Freiberger "Tivoli" eine fünfköpfige Combo mit dem ungewöhnlichen Namen "Die Puhdys" ihr erstes offizielles Konzert. Noch war nicht zu ahnen, dass die Truppe schnell zu einer der maßgeblichen Bands der DDR werden und bis 2016 Musik machen würde. Ganz im Frieden sind die Kult-Rocker nicht auseinandergegangen. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, warum die Gruppe 50Jahre danach nicht - wie jahrelang zuvor - am 19. November im "Tivoli" auf der Bühne stand.

Auch wenn jetzt die Geburtstagsparty im Konzerthaus ins Wasser fiel, pilgerten etliche Fans trotzdem dorthin. Jedoch nicht unbedingt wegen des Puhdys-Jubiläums, sondern wegen der Hochzeit von Daniela Mücksch und Andreas Hillebrand, die beide durch die Musik der DDR-Rock-Szene und besonders durch die Puhdys-Lieder zusammenfanden. Neben der Familie hatten die zwei viele Freunde aus der Fan-Szene eingeladen. Dass sie einmal ein Paar werden würden, war nicht abzusehen. Daniela kommt aus Sachsen-Anhalt, Andreas aus Nordrhein-Westfalen. Dort hörte er mit 15 Jahren im heimatlichen Oesdorf mit Freunden Ostmusik, was durchaus ungewöhnlich war in den 1970er- Jahren, als eine hohe Mauer Deutschland teilte und damals eigentlich nur als gut galt, was aus dem Westen kam. Doch, so sagt es Andreas' Freundin Petra Meißner: Gute Musik lässt sich von Grenzen nicht aufhalten. "An den Liedern gefiel uns, dass deutsch gesungen wurde und die Texte Hand und Fuß hatten", so der 57-Jährige. Es war das Lied "Kein Paradies" mit den Synthie-Klängen von Peter Meyer, das ihn zum Puhdys-Fan machte. Später gesellten sich Karat, City und auch Silly hinzu. Seine erste Puhdys-LP war "Zehn wilde Jahre".

Für die 1979 in Halle geborene Daniela Mücksch gehörten die Puhdys praktisch zum Aufwachsen dazu. Ihre Mutter ist nach wie vor Fan der Gruppe, und so war deren Musik Teil der Kindheit. Doch wandte sie sich später zunächst vom Ost-Rock ab, bis sie 1999 bei einer Autogrammstunde der Puhdys eine Best-of-CD erstand. Ebenso wie Andreas Hillebrand besuchte sie nun zunehmend Konzerte, beide wurden Teil einer Internet-Community und trafen schließlich bei einem Konzert in Kamenz erstmals aufeinander. Bis sie sich ineinander verlieben sollten, sollte es aber noch etwas dauern.

Seit gut drei Jahren leben die beiden in Halle zusammen. Nun vollzogen sie den letzten Schritt zur Zweisamkeit. Im Rathaus gaben sie sich das offizielle Jawort. Gefeiert wurde dann am Abend im Loft des "Tivoli". "Hier haben die Puhdys ihre Zukunft begründet", sagt Andreas Hillebrand. "Nun tun wir es auch." Daniela sagte überglücklich: "Das ist heute mein Tag. Und den feiere ich."

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...