Rettungsdienst wird aufgerüstet: Binnen zwölf Minuten zur Stelle

In Mittelsachsen müssen sechs Krankentransport- in Rettungswagen umgewandelt werden. Das bedeutet höhere Anforderungen an Personal und die Ausstattung.

Flöha.

Spätestens zwölf Minuten nach der Alarmierung muss ein Rettungswagen am Einsatzort sein - um diese Pflicht zu erfüllen, hat der Kreistag einen neuen Bereichsplan für den Rettungsdienst in Mittelsachsen verabschiedet. Das Papier schreibt vor, in welcher der 17 Rettungswachen des Landkreises wie viele Fahrzeuge zu welchen Zeiten bereitstehen müssen.

Wie Steffen Kräher von der Abteilung Ordnung, Sicherheit und Veterinärwesen erläuterte, sind in die Zeitvorgabe je eine Minute für die Disposition und das Ausrücken eingerechnet, sodass zehn Minuten reine Fahrzeit blieben. "Die reale Fahrzeit kann länger sein, wenn beispielsweise ein Fahrzeug einer anderen Wache gerufen wird, weil der Wagen in der nächstmöglichen Wache im Einsatz ist", so der Abteilungsleiter weiter.

Für die neue Planung habe es umfassende Untersuchungen und Auswertungen der bisherigen Einsätze durch einen Sachverständigen gegeben, erläuterte Kräher. Ein Ergebnis der Analyse, in die auch die Krankenkassen und die Leistungserbringer wie Malteser Hilfsdienste und das Deutsche Rote Kreuz eingebunden gewesen seien: Sechs Krankentransportwagen (KTW) müssen in Rettungswagen (RTW) umgewandelt werden. Das bedeutet höhere Anforderungen an das Personal und an die Ausstattung. Bislang sind je 25 Fahrzeuge beider Gruppen im Landkreis im Einsatz. Künftig werden 31 RTW und 19 KTW benötigt.

In fast allen Rettungswachen müsse zudem die Besetzung verstärkt werden, so Kräher weiter, in drei Fällen habe sich aber eine Reduzierung ergeben: "Das sind dann aber nur zweite oder dritte Rettungswagen am Standort, wo sich die Vorhaltezeit geringfügig reduziert." So werde der zweite RTW in Flöha länger in Bereitschaft sein, während es in Mittweida eine Reduzierung gäbe, so der Abteilungsleiter.

Wie Tina Soltysiak vom Landratsamt ergänzt, sei der Kreis für den bodengebundenen Rettungsdienst zuständig, die Luftrettung obliege dem Freistaat. Bestandteil des Planes seien auch die Bergwacht in Holzhau, die Wasserrettung auf der Talsperre Kriebstein in Höfchen sowie der Maßnahmeplan beim Massenanfall von Verletzten.

Rettungswachen gibt es in Rochlitz, Geringswalde, Burgstädt, Penig, Hainichen, Frankenberg, Mittweida, Freiberg, Brand-Erbisdorf, Mulda, Dittmannsdorf, Clausnitz, Flöha, Eppendorf, Döbeln, Naußlitz bei Roßwein und Leisnig. Die Rettungswache in Frauenstein wird in Trägerschaft des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betrieben und nicht vom Mittelsachsen-Plan erfasst.

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