Richtiges Lüften ist wichtig und keine Zauberei

Beratung in Sachen Heizen und Lüften gehört zu den Aufgaben des Oederaner Klimateams. Hier gibt es noch viel Arbeit.

Oederan.

Der Rat hat mit dem Haushalt für 2021 die Stelle des Klimaschutzmanagers bis zum 31. Juli 2023 verlängert. Er ist Teil eines Energieteams, das die personelle Ausgestaltung des Mitte 2019 beschlossenen "systematischen kommunalen Energiemanagements" ist. Es ist ebenfalls zunächst bis 2023 angelegt. Das Oederaner Klimateam und der Klimaschutzmanager Edgar Lange verstehen ihre Arbeit gewissermaßen ganzheitlich. Soll heißen, neben der Netzwerkarbeit, konkreten Vorhaben steht immer wieder auch Beratung und Überzeugungsarbeit auf dem Programm. "Ein gutes Beispiel ist das Lüften", sagt Lange. Während der Corona-Pandemie wird verstärkt wert auf Durchlüftung gelegt - doch wie lüfte ich richtig?

"Drei Minuten querlüften in regelmäßigen Abständen ist völlig ausreichend", betont Lange. Das sorge für einen Luftaustausch und ließe die Raumtemperatur in der kalten Jahreszeit nur minimal absinken. Als Faustregel nennt er einen Turnus von stündlichem Lüften. Längeres Lüften verbessere keineswegs den Effekt, wirke sich jedoch negativ auf die Heizkosten aus. Das gelte auch für dauerhaftes Lüften mit angekippten Fenstern. Auch bei dieser Methode sinke die Raumtemperatur und der Energiebedarf steige entsprechend.

Doch was ist, wenn in Räumen nur nur auf einer Seite Fenster sind? "In solchen Fenstern kann der gewünschte Effekt durch das Öffnen zweier Fenster erreicht werden", sagt Lange. "Oder es werden in verschiedenen Bereichen der Wohnung oder des Hauses zwei Fenster und die dazwischenliegenden Türen geöffnet."

Richtiges Lüften in Verbindung mit richtigem Heizen spielt laut Lange auch für die Gebäudesubstanz eine Rolle. "Gerade während des Lockdowns wird in vielen Haushalten häufiger gekocht, was Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit hat", sagt Lange. Gerade ungeheizte Räume seien dann durch den hohen Temperaturunterschied anfällig für Schimmel. Gänzlich ungeheizte Räume würden so zwar helfen, Energie einzusparen, aber eben andere Probleme befördern. "Der Temperaturunterschied zwischen den Räumen sollte nicht höher als sieben Grad sein", sagt Lange. "Wer Kosten sparen möchte, sollte lieber die Raumtemperatur in den frequentierten Zimmern grundsätzlich reduzieren", ergänzt Lange. Als Faustregel nennt er, dass pro Grad niedrigerer Temperatur sechs Prozent Energie eingespart werden könnten. "Wir müssen dahin kommen, bei den Menschen das Bewusstsein zu schärfen, dass Ernergiesparen durch Heizenergie geschieht. Licht ausmachen hilft in Zeiten von energiesparender LED-Technik nichts."

Wer es genauer wissen möchte, kann sich für eine kostenlose Energieberatung im Rathaus anmelden. Dort beraten Experten der Verbraucherzentrale auf Anmeldung einmal im Monat. Für kleines Geld gibt es laut Lange darüber hinaus auch eine Solar- oder Heizungsberatung.

Anmeldungen sind telefonisch beim Energieteam unter 037292 27162 oder 037292 27163 möglich.

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