Run auf Wertstoffhöfe bleibt aus

Wer lange zuhause bleibt, verursacht mehr Müll. Das spürt der kreiseigene Entsorger EKM. Der Andrang an den zehn Standorten stieg spürbar. Doch stundenlang Warten wie jüngst in Leipzig musste in Mittelsachsen niemand.

Freiberg/Rochlitz.

Es ist Samstagvormittag, 9 Uhr. Eigentlich eine ideale Zeit, seinen angesammelten Sperrmüll in den nahen Wertstoffhof zu bringen. Doch aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens waren die zehn Wertstoffhöfe im Landkreis Mittelsachsen fast vier Wochen dicht. Gilt also weiterhin, was vor noch nicht allzu langer Zeit gesetzt war? Hinfahren, Klappe auf, Müll raus und nach wenigen Minuten die Heimfahrt antreten?

Oder kommt es auch an den zehn Standorten des kreiseigenen Entsorgers EKM zu langen Schlangen wie in Leipzig? In der Messestadt staute sich der Verkehr nach der Wiederinbetriebnahme vor einem Wertstoffhof sogar so stark, dass die Polizei einschreiten und die Einrichtung schließen musste. Auch am Montag vergangener Woche war es zu einem regelrechten Ansturm in Freiberg gekommen. Geschätzt bis zu 600 Menschen steuerten an dem Tag das Gelände der EKM an.

Allerdings sind Befürchtungen, dass am Samstag beim Entsorgungsdienst Hochbetrieb herrscht, umsonst - zumindest in Rochlitz. Hier steht gegen 9.15 Uhr lediglich ein Wagen mit Anhänger auf dem Gelände an der Colditzer Straße. Kurzes Warten, ein Fingerzeig eines der drei Mitarbeiter - normalerweise sind es zwei -, nachdem die beiden Männer in ihren Transporter gestiegen sind und davonbrausten. Kofferraum auf. In kaum fünf Minuten sind die Reste eines Trampolins und das Plastikgerippe eines ausrangierten Komposters genauso entsorgt wie Teile eines Schranks. Auf das sonst übliche Ausfüllen einer Abfallkarte wird, wie ein EKM-Mitarbeiter erklärt, zurzeit verzichtet.

Inzwischen reihen sich drei Fahrzeuge in einer kleinen Schlange. Kurze Wartezeiten hat es allerdings in Rochlitz bereits in den Zeiten vor Corona genauso gegeben. Also ganz normales Tagesgeschäft. Das bestätigt EKM-Chef Jens Irmer. "In den ersten Tagen konnten wir einen durchaus erhöhten, aber händelbaren Andrang an den Wertstoffhöfen erkennen." Das führt er auf Maßnahmen wie etwa das Aufstellen von Ampeln am Freiberger Standort zurück. Was Irmer besonders freut: nennenswerte Störungen gab es keine. "Bei dieser Gelegenheit möchten wir ausdrücklich die bisherige Besonnenheit der Mittelsachsen loben."


Das muss beachtet werden

Wer seinen Abfall zu einem der

zehn Wertstoffhöfe des kreiseigenen Entsorgers EKM bringen möchte, muss zurzeit einige Regeln beachten. So gilt auch hier ein Abstandsgebot von mindestens eineinhalb Metern. Damit sich die Menschen nicht zu

nahe kommen, dürfen beispielsweise am Rochlitzer Standort Autos und Transporter nur einzeln auf das

Gelände fahren. Schilder und Markierungen weisen darauf hin. Die Fahrer dürfen laut EKM-Chef Jens Irmer

außerdem erst nach Aufforderung des Personals ihren Wagen verlassen. Auch die gültige Nies- und Hustenetikette sei, so Irmer weiter, zu beachten. Zum Tragen eines Mundschutzes wird ebenfalls geraten. (acr)


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