Saal erlebt sein letztes "Konzert"

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Pawlow-Haus in Warmbad wird abgerissen

Warmbad.

Wer genau hinhört, mag in den rauen Tönen sogar einen Rhythmus erkennen, der an Auftritte des Wismut-Orchesters erinnert. Es sind allerdings keine Musiker, die sich gerade im Kultursaal des Pawlow-Hauses in Warmbad austoben, sondern ein Bagger. Bis auf Gesteinsbrocken und Holzlatten hat er von der Bühne nichts mehr übrig gelassen. Auch der Großteil der Mauern wurde mit Pauken und Trompeten beseitigt, nur der hintere Teil des Saals steht noch - und weckt bei so manchem Lokalmatadoren, der einen letzten Blick auf diesen Veranstaltungsort seiner Jugend werfen will, Erinnerungen an Konzerte und Filmvorführungen.

"Der Kultursaal hat auch als Theater und Kino gedient", sagt Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing und zeigt auf die Löcher in der Wand: "Dort befanden sich die Filmprojektoren." Obwohl er selbst zu DDR-Zeiten weder Kinohelden noch Musiker dort erlebt hat, liegt ihm viel am Bewahren der damaligen Ereignisse. "Die Stadt ist immer an historischem Wissen interessiert", sagt Liebing, der zum Beispiel Plakate mit Ankündigungen von Opernsängern und Schlagerstars sammeln und aufbereiten würde. Denn Fakt ist: Der Saal selbst wird in Kürze keinerlei Erinnerungen mehr wecken. In rund drei Wochen soll der Abriss abgeschlossen sein.

Veranstaltungen im Kultursaal des 1951 bis 1954 erbauten Pawlow-Hauses haben über Jahrzehnte hinweg viele Menschen begeistert. Heute noch diesen Zwecken zu dienen, ist Liebings Recherchen zufolge aber nicht rentabel. "Es wäre schwer, einen solchen Saal kostengünstig zu betreiben", sagt er und zeigt Verständnis dafür, dass der Investor nach dem Kauf des Pawlow-Hauses vor einem Jahr den Saal nicht erhält. Stattdessen muss dieser dem Eingangsbereich des Hotels weichen, das in den historischen Mauern entstehen soll.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.